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gelangten, wie denn in diesen Revolutionskriegen schon dieMehrzahl der späteren Marschälle ihre Sporen verdienthatten.

IV.

Die Geschichte der Begebenheiten, beginnend mit demAusmarsch der beiden Heere und den ihr diesseits und jen-seits vorausgegangenen politischen Kombinationen bis zuder in unserer klassischen Litteratur verewigten Kanonadevon Valmy, ist oft erzählt worden. Sie fesselt immerwieder von Neuem aus vielen Ursachen, am meisten, weiles doch eigentlich dieser erste Abschnitt war, welcher dergroßen Einwirkung der Revolution auf Europa die ent-scheidende Wendung gab, indem ihr Sieg nach außen auchzum Sieg im Innern von Frankreich wurde. Für Deutsch-land hat dieser Abschnitt noch das besondere Interesse, daßdie kraus verschlungenen Gebilde des zerfallenen Reichesund die unmittelbare Nachfolge der Fridericianischen Epochediplomatisch und militärisch im Vordergrunde stehen. Dazutritt für die heutige Generation, daß die neueste Kriegs-geschichte ihre größten und merkwürdigsten Tage auf demBoden derselben Argonnerlandschaft, welche jenem erstendenkwürdigen Zusammenstoß zum Schauplatz gedient hat,erleben und daß Moltke's modernes Genie gerade da amnachdrücklichsten die Scharte auswetzen sollte, welche desbraunschweigischen Herzogs veralteter Kunst von dem stür-mischen Widerstande eines neu eingreifenden Elements bei-gebracht worden war. Frankreich inaugurirte damals dieAera der Volkskriege, welche Spanien und Preußen balddarauf gegen Napoleon wieder aufuahmen, beide Male mitErfolg, bis die neueste Zeit den Volkskrieg in Gestalt desVolksheeres zum allgemeinen Prinzip erhob und seine