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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
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reich, und man irrt vielleicht nicht, wenn man der Ver-mutung Raum giebt, daß für den Verfasser der erste Anstoßzur Unternehmung dieser ganzen historischen Arbeit von derlitterarisch-philologischen Beschäftigung mit diesem Tagebuchausgegangen ist. Ein Blick in die Einleitung und dieFülle der historischen Anmerkungen, mit welchen diese fürfranzösische Schüler bestimmte Ausgabe des deutschenBändchens versehen M), (sogar eine Karte ist ihr bereitsbeigefügt), deutet darauf hin, daß der Verfasser sich schondamals in den sachlichen Inhalt vertieft hatte und dieEinzelheiten kritisch zu prüfen bestrebt war. In dem erstenTeil des geschichtlichen Hauptwerkes sind die Aufzeichnungen'Goethes mit Liebe behandelt. Einzelnes, das aus Jrr-thümern des Gedächtnisses zu beruhen scheint, ist akten-mäßig richtig gestellt, aber bei weitaus dem größten Teildes Inhaltes wird das Zeugnis der Genauigkeit undder Glaubwürdigkeit erteilt, ein Zeugnis, das um so be-deutsamer ist, als Goethe das Wenigste unmittelbar nieder-geschrieben, vielmehr erst dreißig Jahre später aus Notizenund Erinnerungen wieder aufgebaut hat. Im siebentenBande hat Chuquet ebenso Goethe's Erinnerungen an dieBelagerung von Mainz mit besonderer Vorliebe zu Rathegezogen. Auch in seinen sehr ausgiebigen Erläuterungenzu Hermann nnd Dorothea geht er überall den Spurender Eindrücke nach, welche in dem Gedicht als Reminis-cenzen aus jenen Erlebnissen auftauchen.

Die drei ersten Bände bilden gewissermaßen einen,ersten eng in sich zusammenhängenden Abschnitt desganzen Werkes! der Einmarsch der Verbündeten laprswisrs invasion prusgienns, Vlllniy und der Rück-zug des Herzogs von Braunschweig . Alles ist interessant.

*) ?aris, N. DsI»Arsvs. Neueste Ausgabe 1892.Ludwig Bambergsr's Ges. Schriften. II. ^