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2 (1894) Charakteristiken
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schreiben, nielleicht kaum einen zweiten geben, der unterdiesen Umständen der Versuchung widerstanden hätte, irgend-wo oder wie, wenn auch nur mit einer kurzen abfälligenAnmerkung oder kleinen Bosheit, der nationalen Eigen-liebe zu opfern. Es ziemt sich aber auch, dabei zugleichanzuerkennen, daß die französische Akademie an dieserseltenen Unparteilichkeit nicht den geringsten Anstand ge-nommen, sondern das Buch mit einem Preise gekrönthat. Es ist 1883 erschienen und seitdem bereits sechsmalaufgelegt worden.")

Nach den militärischen Studien, die er aus Anlaßdieser Schrift und nach den literarischen und historischen,die er aus Anlaß zu Goethe's Tagebuch gemacht, ist wohl,aus beiden vereinigt, dem Verfasser die Lust und Liebe zuseinem tieferen und breiteren Werk aufgegangen. Diesieben Bände, die uns - vorliegen, erschöpfen, wie schonbemerkt, die Aufgabe nicht. Noch zwei weitere sollen inBälde folgen. Inzwischen hat die französische Akademiebereits auch einzelne Bände durch Preise ausgezeichnet,schließlich bei Anlaß des neuesten ihm den größten, überden sie verfügt, den sogenannten Preis Gobert erteilt, derdem Verfasser der besten historischen Arbeit des Jahreseine sehr ansehnliche Zuwendung macht. Und ganz gewißkonnte sie sowohl dem Schriftsteller als ihrem eigenenUrteil kein besseres Zeugnis ausstellen, als durch dieseAnerkennung. Wenn man das Werk eines Autors krönt,krönt man offenbar gerade diejenigen Eigenschaften anihm, durch welche er sich in hervorstechender Weise aus-zeichnet. Darum dürfen wir wohl dem Gedanken Raumgeben, daß der höchste Senat des französischen Geistes-lebens, indeni er Chuquet die Palme reichte, auch seiner

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