— -
?n>^ thucuderes auf der Wanderung durch die buutbestandenen
Gefilde vielgestalteter Dinge, als die reine Luft eines überder Parteien Haß und Guust erhabenen Geistes zu spüren.Der schlichte Sinn, der alle seine Schärfe darauf richtet,das Thatsächliche zu erfassen und unverfälscht wieder-zugeben, flößt in Zeichnung, Farbe und Licht mehr Wohl-gefühl ein, als alle koloristischen Künste darstellenderRhetorik zu bereiten vermögen. Es ist auch nicht Zufall,daß Chuquet zu seinem Verfahren gekommen ist, welchesman die Kleinmalerei im besten Sinne nennen könnte.Diese Methode ist unmittelbar durch seinen Wahrheitsdranggegeben, der nur durch das Wissen des Einzelnen zu be-friedigen ist. Aber da der Drang lebensvoll und lebens-
1/ lustig ist, so wird unter seinem Schaffen das Kleine nicht
trocken und kleinlich, sondern frisch und bedeutsam.
Hier ist nichts von der Dürre jeuer seminaristischenVerknöcherung, die man mit dem bezeichnenden spaßhaftenNamen der „Quellenmanerei" getauft hat; es ist Blut-wärme der Gegenwärtigkeit in der Erzählung. Allerdings,wer die ganze Weltgeschichte, in allen ihren Teilen undEpochen, auf diese Art erzählen oder studieren wollte, dermüßte mehr als die Dauer und die Fassungskraft einesmenschlichen Gehirns zur Verfügung haben. Es ist auchnicht zu befürchten, daß die ganze Geschichte so geschrieben,geschweige denn von einem einzelnen Menschen so gelesenwerde. Aber es giebt Episoden der Weltgeschichte, derenVorführung immer wieder von Neuem unsere Wißbegierde,um nicht zu sagen unser Sensationsbedürfniß reizt, undzu diesen Episoden gehört die gewaltige Erschütteruug,welche am Ende des vorigen Jahrhunderts von Frankreich aus über Europa gegangen ist. Genau genommen isteine vollkommene und erschöpfende französische Geschichteder Revolution noch nicht in Ein Werk so zusammengefaßt