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2 (1894) Charakteristiken
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worden, daß man auf die Fragen welche soll ich lesen?mit Einem Namen antworten könnte. Auch wird mangewiß zu diesem Zwecke nicht diese sieben Bände als dasRichtige bezeichnen können. Aber da eben das Ganzenicht bei einander zu haben ist, so kann man in voll-kommener Ruhe sagen, wer eine bestimmte Seite des Ge-schehenen mit sicherem Gewinn und Genuß kennen lernenwill, der greife hier zu; er wird es nicht bereuen.

Einen besonderen Zug möchte ich noch beiläufig er-wähnen, durch den gerade für den deutschen Leser einInteresse eigentümlicher Art erweckt wird. Wie vieleNamen stoßen uns in diesen Berichten auf, die bezeugen,daß ihre Träger, sei es auf deutscher Erde geboren wurden,sei es durch Abstammung ihr angehörten. Um nur Einigezu nennen, die sich auf den ersten Griff bieten, wenn wirdie französischen Wciffenthaten und ihre Führer an unsvorüberziehen sehen. Da sind: Luckner, Kellerman,Neuwinger, Wimpfen, Balthasar Schauenburg, Westermann ,Stengel, Kleber, Rapp, Ney, Offenstein in erster Reihe.Die zufällige Gestaltung der Ereignisse führte sie in eineBahn, auf welcher sie iu den Ruhmestempel Frankreichs eingingen. Unter den Konstellationen einer späteren Zeithätten sie wohl auf der entgegengesetzten Seite gestandenund wären alsBriganten und Barbaren" gebrandmarktworden. Es giebt viel handgreifliche Dummheit auf derWelt, aber nichts Dümmeres, als die Uebertragung po-litischer Gegensätze auf das Urteil in Sachen menschlichenCharakters. Und doch ist dieses Verfahren fo verbreitet,daß wir aufs Angenehmste überrascht sind, wenn wireinmal, wie in unserem Fall, keine Spnr davon entdecken.