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nationalen Tafelfreuden erworben, einer Vorsicht ent-sprechend, die bei der Gebrechlichkeit menschlichen Daseinswohl begründet erscheint.
Gewiß! entgangen wären Sie dieser Huldigung aufkeinen Fall. Und das werden Sie einräumen' erscheint ein-mal der Chorus mit dem Lorbeer, so konnten wir von der„Nation" nicht fehlen. „Denn er ist unser", dürfen wirim Präsens sagen, das glücklicher Weise eine Klage zuübertönen uicht berufen ist.
Soll ich nun noch aussprechen, warum gerade mirdieser ehrenvolle Auftrag geworden und warum ich ihnnicht glaubte abweisen zu dürfen? Eigentlich giebt es nurEinen, der wirklich der Sache gewachsen wäre, der sie inder knappen und tiefen Erschöpfung, der Forin und demInhalt nach, wie sie es verdiente, hätte bewältigen können.Aber dieser Eine ist gerade in diesem Falle so gar nichtzu haben! So mußte denn ein anderer daran, und mancherhätte es in manchem Punkte vielleicht besser gemacht, alsder, dem es zugeteilt worden. Nur in einem Punkt möchteer keinem weichen, nämlich in der Erkenntnis, wie schweres ist, hier das Richtige zu treffen. . Vielleicht ist das seinebeste Legitimation gerade in Ihren Augen, verehrter Freund,nämlich, daß er am besten weiß, wie schmerzlich es Ihnenist, so vor der Oeffentlichteit abgewandelt, vielleicht gelobtzu werden, und zwar von Einem, dem Sie solchen Vertrauens-bruch nicht zugetraut hätten. Was ist da zu machen?Bitte, halten Sie still. Auch ein bischen Ehre ist bald vor-über.
Ein tiefer, süller, klarer See, in dem sich Sonne, Mondund Sterne spiegeln, das wäre das Bild eines glücklichenGeistes, der aus dem Grund eines räumlich umfriedeten,ruhigeu Daseins höchster Freuden, des Verständnisses von