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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
Seite
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alle sind gleich sorgsam bebaut worden, haben es amErtrag nicht fehlen lassen. Im Juni 1845 lehrte Gildc-meister in die Vaterstadt zurück, wirkte einige Jahre langals Mitarbeiter der Weserzeitung und übernahm im Jahre1850 die Redaktion des Blattes. Im Jahre 1852 zumRegierungssekretär ernannt, legte er die Redaktion niederund übernahm zunächst die Verwaltung des Staatsarchivs.Im Jahre 1857 ward er, den Spuren des Vaters folgend,in den Senat gewählt; 1871 wurde er zum ersten MaleBürgermeister und bekleidete dies höchste politische undstädtische Amt der Heimat, bis er am 11. Februar 1890,nach mehr als dreißigjährigem Senatsdienst, sich in denRuhestand zurückzog, (die Funktionen desregierenden"Bürgermeisters wechseln zwischen zwei Titularen Jahr umJahr ab).

Dieses lange, emsige, fruchtbare, vielseitige Daseinspielt sich ab aus dem immer gleichen Grunde der Geburts-stätte. Große Politik und Weltlitteratur beschäftigen ihrenMeister unverrückt an derselben heimischen Scholle. Vonhier aus spinnt er seine Fäden ins Fabelland der fremdenPhantasie und lenkt mit fester Hand die wichtigsten An-gelegenheiten des heiniischen kleinen aber feinen Staats-wesens nach Innen und Außen. Ueberall, wo Gildemeisteranfaßte, ward er alsbald der erste unter seines Gleichen.Seine Redaktion gab dem von ihm geleiteten Blatte einbesonderes Gepräge. Ein litterarischer uud urbcmer Geistwohlthueuder Distinktion weht noch heute, wie ein Abglanzund Vermächtnis alter Zeit, durch die Blätter derWeser-zeitung". Fest und sicher stand er allzeit seinen Mann inden Geschäften des Regierens. Ein klarer, scharfer Kopfin Beherrschung aller Finanzfragen, ein in allen Einzel-heiten des Fachs durchgebildeter NationalöLouom, einruhiger, unisichtiger und charakterfester Diplomat, das letz-