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tere mit Aufgaben verbunden, die oft recht schwierig wareu,weil und nicht obgleich es sich nm Reibung zwischen demkleinen Staat und seinem großen Nachbar handelte. Denndieser war bekanntlich für seine Großmut nie berühmt undzur Schonung des anständigen Schwachen niemals aufge-legt. Als erst die Zeiten kamen, da Fürst Bismarck dasStichwort des Schutzzolles ausgab und nun mit der ganzenWucht seiner persönlichen Furia wie der klaren Absichteines künstlich zu züchtenden Nationalfanatismus in Allemund Jedem Unterwerfung unier sein neues Programm ver-langte, begannen harte Kämpfe für die im Geist freierwirtschaftlicher Grundsätze groß gewordene Seestadt. Gilde-meister hatte seit den Tagen des Norddeutschen BuudesBremen im Bundesrat vertreten. Seiner volkswirtschaft-lichen Bildung gemäß gehörte er mit Leib und Seele derLehre vom Heil freier Bewegung und männlicher Selbst-verantwortuug an. Das war schon mehr als genug, umihn in den Augen des argwöhnischen Hassers unter dieAllerverdächtigsten zu verstoßen. Nun kam noch gar dieJntrigue hinzu, die angezettelt wurde, um Hamburg uudBremen in den Zollverein hineinzuzwingen, ihre freihänd-lerische Gesinnung dadurch an der Wurzel auszurotten, daßman protektionistische, schutzverlangende Interesse in ihremeigenen Mittelpunkt groß zog. (Im Hintergrunde spieltevon Anfang an in der ganzen Kabale König Schnapseine entscheidende aber für ihn selbst unglückliche Rolle,doch gehört das nicht hierher.) Wie der Vertreter, so standdas ganze freihändlerische Bremen alsbald oben au aufder schwarzen Liste. Aber es lag auf der Hand, daß diekleinere Hansestadt keinen Widerstand mehr leisten konnte,wenn erst die größere zu Kreuz gekrochen. So ivars sichBismarck zunächst auf Hamburg , und als die ehrbarenVäter der Republik , nach erstem entrüsteten Ausbäumen,