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in heilsamen Schrecken versetzt, reuevoll Abbitte thaten,wurden ihnen großmütige Friedensbedingungen gewährt.DciN kleine Bremen ließ man mit vergnügter Bvshaftigkeitim Vorhof stehen, da sein Schicksal besiegelt war. Dasgab natürlich peinliche Aufgaben für einen Vertreter, derfür die Erduldung von Despotenhudelei weder im Geistnoch im Charakter angelegt war. Während er früher, zurZeit der Parlmnentstaguug, Monate lang im Bundesratan dessen Verhandlungen eifrig Teil genommen, kam erjetzt uur uoch selten, wenn es nicht zu vermeiden war,nach Berlin , niemals mehr zu regelmäßigem dauerndenAusenthalte, eine schmerzliche Entbehrung für seine Freuudeiu der Hauptstadt. Es gehörte so zu den kleinen unter dengroßen Miseren der Aera der Verfolgungswut, daß manauch iu seinen stillen Frenden getroffen wurde. Doch für
^ die Abwesenheit des mit iu Deutschland seltenem Konver-
sationstaleut begabten Freundes sollten wir durch die un-gestörter fließende Muße der Arbeit in der trauten Heimatentschädigt werden. Von 1882 bis 1883 wnrde der Ariostübersetzt, 1834 der Dante nicht nur übersetzt, sondern mitknappen scharf gezeichneten Glossen versehen.
Merkwürdig! Erst nach dein Rücktritt aus dem Staats-dienst, im Anfang des Jahres 1890 machte sich der Ueber-setzer des Roland und der Komödie, der tiefe Kenner ita-lienischer Sprache, Geschichte und Kunst auf den Weg, ummit eigenen Augen ihr Land zu schauen, insbesondereFlorenz , wo ihm sogar seit Jahreu ein Schwager wohnte,
' Wie bezeichnend für den Mann, der alles vom ruhigen
Port seines weitumfassenden und seinfühlenden Geistes auszu erfassen uud zu genießen veranlagt war. Beinahe einhalbes Jahrhundert hatte er in bürgerlicher Eintönigkeitan der füllen Stätte seines thätigen und beschauliche»Wirkens verlebt, seitdem er seine erste jugendliche Schöpser-