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Wendungen aus, daß man sich in das Land versetzt fühlt,clovs snoria il si.
Den Schluß — bis heute — bildet in der Reihe dieserRiesen-Filigranarbeiten der große schwere Band der gött-lichen Komödie, — Hölle, Fegefeuer und Paradies (l888bei Herz in Berlin — bereits eine zweite durchgeseheneAuflage 189 l)' jeder Gesang mit einer für die historischeund litterarische Belehrung vortrefflich brauchbaren Ein-leitung versehen.
Beim Erscheinen jeder Ncbersetzung wird die Frageaufgeworfen i Warum mm wieder! Es waren ja schonandere dcu Ist die.neue besser, will sie besser sein? Inunserem Fall ist die Antwort leicht gegeben. Der Autorarbeitet ganz allein zu seiner eigenen Freude.
Er könnte dieselbe Antwort erteilen, wie einst auf seinealten Tage Ranke einem ihn anschwärmenden Verehrer, derseine mühevollen Verdienste um die Belehrung der Mensch-heit pries- „Ich habe das alles nur geschrieben, weil esmich lockte und unterhielt." Am stillen Abend bei seinerLampe und Cigarre setzt sich unser Sprach- und Dichter-freund hin, um zum eigenen Genuß, zu diesem allein, sichin die Gedanken großer Menschen, in die Gestalten andererZeiten und Sitten zu vertiefen — man könnte sagen: sichzu verlieben, so mit Herz und Seele geht er in der Arbeits-freude auf. Der Hauptreiz liegt ihm im Kampsspiel mitder Sprache, der fremden, nicht minder mit der eigenen.Das ist der springende Punkt, wo die Schaffenslust beiihm einsetzt. Sprachkenner, Sprachsrennd dnrch und durch,weder was man einen Philologen, noch was man heut zuTage einen Linguisten nennt. Vielmehr etwas diesseitsund jenseits alles gelehrten Handwerkes, ein Sprachkünstlerim sublimsten Sinne des Worts.
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