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2 (1894) Charakteristiken
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Schönsten der Gattung, Und das begreift sich. So vielWissen, so viel feinste Beobachtung, so viel praktische Er-fahrung, so viel Freude am Erkennen und dabei solche Lustan der künstlerischen Behandlung des Ausdrucks, das schießtvon Natur zu einer Prosa zusammen, mit der sich aufdeutschem Boden wenige messen können. Den Lesern derNation" braucht man das nicht zu beweisen. Die meistenvon ihnen wissen wohl längst, daß Otto Gildemeister ehe-dem mit einem ziemlich durchsichtigen halb Pseudonym halbAnagrammGiotto" zeichnete, so lange die Würde undBürde der öffentlichen Amtsstellung ihm noch gewisse Rück-sichten auferlegte. Seitdem habeu wir es von ihm erlangt,daß er sich des Inkognitos begeben. Es sei nur erinnertan Studien wie die über Taine, über Talleyrand, überdie Freuden des Lebens" von Lubbock, überPraktischesChristentum", überdie trostlose Wissenschaft",die erstenJudenverfolgungen in Deutschland", den Herzog von St.Simon, Sprachdummheiten, über die Jesuiten (heutewieder nachzulesen) und viele andere, bis auf die jüngstdem alten Roscher gewidmete Abhandlung. Vom Inhaltnicht zu reden, welch' ein Meister des Stils ichhabe ihn vor Jahren schon einmal unserenNeuesten"vorgehalten. So reinlich und zweifelsohne, so ganz einMann ein Wort. Alles einfach treffend, alles schlichterWohllaut, nicht gesucht und nicht gesungen. Zur ruhigenGangart der ruhige Ton, keine Nachsicht für Falschheit,aber Duldung genug für Fehler, Sinn für Menschliches,Ergründung von Altem und Neuem, kein Umherschweifen,doch ein gefälliges Verweilen beim Anziehenden, auch wennes klein ist, immer dem Kern der Dinge nachgehen uudimmer dabei spielend lächeln so wird der beste Trankgebraut. Vor seiner Mitarbeit an derNation" hat Gilde-meister derDeutschen Rundschau" ewige Perlen seiner