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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
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Die N e i ch s l'n n k ! in Weltkriege

Neben dem Bedarf der Heeresverwaltung hielt der Bedarf des Verkehrsin unveränderter Stärke nn. Soweit es sich dabei um große und mittlereZahlungsmittel handelte, kouute diesem Bedarfe unschwer entsprochen werden.Die Folge war ein starkes Anwachsen des Notenumlaufs, der sich in der Bank-woche vom 24. bis 31. Jnli von 1890,9 ans 2909,4 Millionen Mark, vom 1. bis7. August vou 2909,4 auf 3897,2 Millionen Mark, innerhalb der beiden Wochenalso insgesamt um 2006,3 Millionen Mark steigerte.

Schwierigkeiten bereitete hingegen die Versorgung des Verkehrs mitkleine,: Zahlungsmitteln. An solchen standen der Reichsbank am 23. Juli334,5 Millioueu Mark an Silber-, Nickel- und Kupfermünzen neben 65,5 Mil-lionen Mark an Reichskassenscheinen zur Verfügung. Dazu kamen bis zun,7. Angnst noch 35 Millionen Mark an Reichskassenscheinen, 5,8 Millionen Markals Ergebnis der Ausprägung von Scheidemünzen und 6 Millionen Mark alsBestand der ans Grund des Gesetzes vom 3. Juli 1913 gebildeten Silberreserve.Aus diesem an sich recht beträchtlichen Vorrate mußte jedoch zunächst der sehrerhebliche Bedarf der Heeresverwaltung gedeckt werden. Schon am 7. Augustwar der Bankbestand an Reichskassenscheinen auf 28,4 und der Bestand anScheidemünzen auf 118,1 Millionen Mark gesunken, was einen Abfluß von ins-gesamt 300,3 Millionen Mark ergab. Da die Reichsbank sich nach Kräftenbemühte, die von allen Seiten herandrängende Nachfrage in den Grenzen derMöglichkeit zu befriedigen, sanken die Bestände trotz weiterer Prägeergebnisseund trotz der seit dem 8. August zur Ausgabe gelangenden Darlehnskassenscheinezu 5 Mark mehr und mehr. Vom 8. bis 31. August gingen 69,3 Millionen Markan Darlehnskassenscheinen, 18,6 Millionen Mark an Reichskassenscheinen und77,5 Millionen Mark an Scheidemünzen, zusammen rund 165 Millionen Markin den Verkehr über, ohne daß ein Nachlassen des Bedarfs erkennbar wurde.

Um Abhilfe zu schaffen, beschloß der Bundesrat (Bekanntmachung vom31. 8.1914 RGBl. S. 393), die Reichsschuldenverwaltung zur Ausstellungvon Darlehnskassenscheinen über 1 Mark und 2 Mark zu ermächtigen.

Inzwischen hatte der Verkehr sich vielfach durch Ausgabe vonNotgeld"zu helfen gesucht. Gemeinden und Private fertigten an zahlreichen Plätzen Gut-scheine oder Anweisungen auf kleinere Beträge ans, die als Papiergeld umliefen.Von solchen Gutscheinen sind von 207 Gemeinden und 119 Privatausgabestelleninsgesamt 11 050 646,56 Mark ausgegeben worden, und zwar fast überall in