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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
Seite
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Die Reichsbank im Weltkriege

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an Darlehnskassenscheinen weit hinaus. Seit 1915 wurden auf Grund des obenerwähnten Gesetzes vom 22. März 1915 120 Millionen Darlehnskassenscheineals Deckung einer entsprechenden Anzahl Reichskassenscheine zurückgestellt.

Das Verhältnis der in den Beständen der Reichsbank verbleibenden zuden im freien Verkehr befindlichen Darlehnskassenscheinen zeigte in den erstenKriegsjahren erheblich größere Schwankungen als in den letzten Kriegsjahren.Dies hängt mit dem Einfluß der Kriegsanleihen auf die Darlehnsentnahme zu-sammen. Für die ersten Kriegsanleihen wurde in weitaus größerem UmfangeGeld entliehen als später.

Im einzelnen verlief die Entwicklung folgendermaßen:

Im Jahre 1914 verblieb der überwiegende Teil der Darlehnskassen-scheine in den Beständen der Reichsbank. Die anteiligen Bestände der Reichs-bank an der Gesamtsumme der ausgegebenen Darlehnskassenscheine waren indiesem Jahre am höchsten am 15. August mit 90,8°/° und am niedrigstenam 23. September mit 54,1°/°. Im Jahre 1915 verschob sich dieses Bildvollkommen. In diesem Jahre gingen die Bestände der Bank (einschließlichder Darlehnskassenscheine, die zur Deckung der auf Grund des Gesetzesvom 22. März 1915 ausgegebenen Reichskassenscheine zu 10 Mark ver-wendet worden waren) an 11 Ausweistagen über 50°/° hinaus, blieben dagegenan 37 Ausweistagen darunter; am höchsten war der Prozentsatz am 15. Aprilmit 59,5°/°, am geringsten war er am 23. März mit 21,9°/°. Die 1915 begonneneEntwicklung setzte sich 1916 in stärkstem Tempo fort. Die Bank konnte nur amersten Ausweistage (7. Januar) mehr als 50°/° der Gesamtausgabe, und zwar50,9°/°, in ihren Beständen halten. An allen übrigen Ausweistagen befand sichder größte Teil der Darlehnskassenscheine im freien Verkehr, der vom22. April 1916 an, kaum unterbrochen, von Ausweis zu Ausweis bis zumJahresschluß immer größere Beträge aufgenommen hatte. Am 23. Dezemberdieses Jahres befanden sich von den ausgegebenen Darlehnskassenscheinen sogarnur 9,3°/° in dem Bestände der Bank, das ist die niedrigste je dagewesene Ver-hältnisziffer. Im Jahre 1917 verfügte die Reichsbank während des ganzen Jahresniemals über mehr als knapp 20°/° der Gesamtausgabe. Die Schwankungen derAnteilsziffer der Reichsbankbestände an der Gesamtausgabe waren in diesem Jahreaußerordentlich gering. Sie bewegten sich zwischen 18,5°/° am 31. Dezember alshöchster und 10,4°/° am 7. März als niedrigster Anteilsziffer. Die Entwicklungdes Jahres 1918 kennzeichnet sich durch ein allmähliches Steigen der Anteils-