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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
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Die Reichsbank im Weltkriege

Ziffern der Reichsbank an der Gesamtausgabe fast vom Beginn des Jahres biszum Jahresschluß hin. Am 15. Februar 1918 verfügte die Bank mit 17,6°/°über den verhältnismäßig niedrigsten, am 31. Dezember 1918 mit 35,3°/» überden verhältnismäßig höchsten Bestand an Darlehnskassenscheinen.

Der absoluten Höhe nach zeigten die Bestände der Bank bis zum Jahre1916 große Schwankungen. 1917 und noch deutlicher 1918 stieg der Bestandzunächst allmählich, dann immer stärker an. Kleine Verminderungen der Be-stände wurden durch bald folgende erheblich größere Steigerungen mehr alsausgeglichen. Die Entwicklung der Darlehnskassenscheinausgabe verlief ähnlichwie die Entwicklung der Notenausgabe.

Bardeckungder Noten

Die Die gesetzliche Dritteldeckung des Notenumlaufs durch den Barvorrat

war von Kriegsbeginn an durch die eingangs bereits erwähnte Vorschrift desDarlehnskassengesetzes (§ 2) erweitert worden, nach welcher die im Beständeder Reichsbank liegenden Darlehnskassenscheine dem deckungsfähigen Barvorratzugerechnet wurden. Selbstverständlich bildete der Goldbestand den bankpolitischausschlaggebenden Teil des Barvorrates, neben dem der geringe Bestand anScheidemünzen kaum ins Gewicht fiel.

In dieser Hinsicht kam in Betracht, daß die Golddeckung der Noten sichschon vor dem Kriege seit längerer Zeit unter der Einwirkung der erfolgreichenBestrebungen zur Hebung des Goldbestandes günstig gestaltet und am23. Februar 1914 mit 77,1°/° einen Stand erreicht hatte, der dem am 23. Februar1905 ausgewiesenen bisher höchsten Stande (77,7°/°) fast gleichkam. Am23. Juli 1914 belief sich die Golddeckung der Noten noch auf 71,8°/°. Sie sankdann unter dem Einfluß der starken Goldabhebungen und der Ausdehnung desNotenumlaufs in der kritischen Woche vor der Kriegserklärung am 31. Juli auf13,1°/° und am 7. August auf 37,9°/°, um sich von da ab infolge der glänzenden Er-gebnisse der Goldsammeltätigkeit wieder zu heben. Am 23. November 1914 wurdeder Satz von 48,6°/° ausgewiesen, der im Laufe des Krieges nur noch einmal(am 23. Februar 1915) erreicht worden ist. Mit Ausnahme der letzten beidenAusweiswochen konnte fast das ganze Jahr 1915 hindurch ein Deckungsverhältnisvon über 40°/° behauptet werden. Ende Dezember sank die Deckung bis ans35,3°/°, den ungünstigsten Stand dieses Jahres, wie denn überhaupt die Jahres-