Die Reichsbank im Weltkriege
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ungeahnten Aufschwung, da er wie Bargeld verwendet werden konnte und diesemals Wertträger infolge seiner Handlichkeit überlegen war. Trotzdem kann dieaufgewendete Mühe, das deutsche Volk zur bankmäßigen Kassenführung zuerziehen, nicht als verloren gelten. Nach eingetretener Stabilisierung hat dieZusammenfassung aller verfügbaren Barreserven bei den Geldanstalten, wie siedurch die bargeldlose Zahlungsweise erreicht wird, angesichts des starken Hin-schwindens der Betriebsmittel der deutschen Volkswirtschaft eher erhöhte Be-deutung gewonnen, und es darf mit Sicherheit erwartet werden, daß die viel-fachen seitens der Reichsbank gegebenen Anregungen nicht ohne reiche frucht-bringende Wirkung bleiben.
Den höchsten Grad von Nutzwirkung in der Anwendung der bargeldlosen Die Abrechnungs
stellen
Zahlungsweise vermögen die nach dem Muster des Londoner Clearinghouseeingerichteten Abrechnungsstellen zu erzielen. Wie oben erwähnt, bestanden inDeutschland Ende 1913, abgesehen von der Berliner Scheckaustauschstelle,24 derartiger Stellen. Bis zum Kriegsausbruch hatten sie sich um 3 weiterevermehrt. Die durch den Kriegszustand hervorgerufenen Personalschwierig-keiten nötigten dazu, vier dieser Stellen, und zwar Straßburg, Magdeburg ,Königsberg und Wiesbaden , schon im Anfang des Krieges zu schließen. DieWiedereröffnung der drei letzteren konnte indes noch während des Kriegeserfolgen. Neu hinzu traten die Abrechnungsstelle in Danzig (12. Juni 1917),Cassel (24. September 1918) und Barmen (17. Oktober 1918), so daß bei Ein-stellung der Feindseligkeiten insgesamt 30 Abrechnungsstellen vorhanden waren,von denen sich 29 im Betriebe befanden.
Die Entwicklung des Abrechnungsgeschäfts ergibt sich am besten aus derStückzahl der Einlieferungen und der Anzahl der Teilnehmer. Die Stückzahlder Einlieferungen betrug:
1913 15 589 659
1914 13 702 521
1915 9 996 675
1916 9 958 378
1917 11 082 353
1918 11 868 999