Druckschrift 
Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

122

Die Reichsbank vom Kriegsende bis zur Stabilisierung der Mark (19181923)

Geldbetriebe beschäftigt waren, arbeiteten 84 Druckereien unmittelbar, 60 weitereDruckereien mittelbar (d. h. als Hilfsdruckereien für den Reichsdruckereibetrieb)für den Notendruck. Über 30 Papierfabriken waren in Vollbetrieb für diePapierbeschaffung tätig. Gedruckt wurden rund 10 Milliarden Geldzeichenstückeim Nennbetrage von 3877 Trillionen Mark. 29 galvanoplastische Anstaltenlieferten dazu 400 000 Druckplatten. Die Hauptschwierigkeit bei der Noten-beschaffung bestand in der schnellen Umstellung der Druckpressen und der Papier-fabriken, die durch die sich überstürzende Entwertung der umlaufenden Notenund ihre immer wiederholte Ergänzung durch Abschnitte höherer Nennwert-ziffern notwendig wurde. Während die Jndustriereviere für Löhnungszweckenoch kleine Abschnitte benötigten, wurden in Gegenden mit starkem Handels-verkehr bereits große Stücke gefordert; so mußten zeitweise kleinste und größteAbschnitte nebeneinander gedruckt werden.

Trotz der riesenhaft anschwellenden Ziffern des Nennwertes der Bank-noten verkörperte der Notenumlauf einen von Tag zu Tag geringeren Goldwert.Dank der ungeheuer gestiegenen Umlaufsgeschwindigkeit der Geldzeichen undBankguthaben vermochte die Wirtschaft schließlich ihren Verkehr mit einer amGoldwert gemessenen außerordentlich niedrigen Summe von Umlaufsmitteln zubewältigen, über die ziffernmäßige Entwicklung des Notenumlaufs sowie überseine Zusammensetzung gibt Tabelle 12 Aufschluß.

Die ungeheure Ausdehnung des Notenumlaufs verursachte naturgemäßhohe Kosten für die Banknotenanfertigung, die in den Jahren 1922/23 derartanstiegen, daß sie den gesamten übrigen Unkostenetat weit hinter sich ließen. Fürdie Anfertigung von Banknoten mußten folgende Beträge bereitgestellt werden:

1919 26 Millionen Mark

1920 37

1921 262

1922 6780

1923 32,8 Trillionen Mark

Nicht minder schwierig als die Herstellung der Banknoten war das Zählgeschäftund die Banknotenverteilung, deren Abwicklung ohne nennenswerte Vermehrungdes qualifizierten eingearbeiteten Kassenpersonals bewältigt werden mußte. InErmangelung geeigneter Zählkräfte beschränkte sich die Neueinstellung auf un-geübtes Hilfspersonal. Die Bankanstalten, die in ruhigen Zeiten im allge-meinen monatlich einmal mit Zahlungsmitteln beliefert wurden, mußten bald