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Die Reichsbank : 1901-1925
Entstehung
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Die Stabilisierung der Mark

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Waren bereits bewilligt, aber noch nicht in Anspruch genommen. Ihr Diskont-satz wurde am 19. September 1924 von 10 auf 8 °/° ermäßigt. Er senkte sichmit der Wiederaufnahme der Geschäfte am 19. Mai 1925 auf 7 °/° und weiterhinam 14. Oktober 1925 auf 6 °/°.

Die Politik der Reichsbank hatte in den Sommermonaten 1924 im Zu- Krediterleichterungensammenhang mit den Hoffnungen, welche die Annahme des Dawesplans all-gemein erweckte, zu einer erheblichen Stärkung der Situation der Bank geführt,so daß zugleich in Unterstützung der Verbilligungsbestrebungen der Regierungverschiedene Krediterleichterungen eintreten konnten, z. B. eine zunächst 10°/°igeErweiterung des Kontingents im Diskontverkehr und die Zulassung von Sach-wertanleihen im Lombardgeschäft. Nachdem längere Zeit hindurch nur Waren-wechsel bis zur Höchstlaufzeit von 6 bis 8 Wochen angekauft worden waren,wurden wieder Dreimonatswechsel zum Diskont zugelassen. Demselben Zieledienten Rediskontzusagen der Reichsbank an die Preußische Staatsbank , diediese in den Stand setzten, die am Markt für tägliches Geld überreichlich vor-handenen Beträge für die Wirtschaft durch Hereinnahme von Geschäftswechselnnutzbar zu machen. Die Interessen des Exportgeschäfts förderte die Reichsbankdurch Ermäßigung ihrer Sätze für Auslandswechseldiskontierungen und durchSenkung des Diskonts bei der von ihr geleiteten Golddiskontbank. Im übrigenverblieb der Zinssatz der Reichsbank während des ganzen Jahres 1924 unver-ändert auf 10 °/° für Diskontierungen und 12 °/° für Lombardierungen. Vom16. Oktober 1924 ab nahm die Bank von der Entwertungsklausel, die sie bishernoch bei allen Krediten beibehalten hatte, Abstand.

Über die einzelnen Geschäfte der Bank während des Jahres 1924 gebendie Tabellen Auskunft.