Die Bank- und Währungsreform
169
Auf die Vermehrung ihres Goldbestandes ist die Reichsbank andauernd Der Goldbestandbedacht gewesen. Im Zusammenhang mit der Verwirklichung des Dawes-Planes gelang es ihr, den Goldvorrat, der am 23. April 1924 auf 441,8 Mil-lionen Goldmark, den niedrigsten Stand des Jahres gesunken war, bis zumJahresschluß auf 759, bis zum 31. März 1925 auf über 1 Milliarde und biszum 30. November d. Js. auf 1207,262 Millionen Reichsmark zu heben. DieVerstärkung erfolgte zum großen Teil im Wege der Umwandlung von Devisen.Bestimmend für diese Umwandlung war einerseits die Vorschrift des Bank-gesetzes, welche eine effektive Golddeckung der Noten von mindestens 30°/» vorsieht,andererseits aber auch die Erwägung, daß die in Verbindung damit zugelasseneDevisendeckung der effektiven Golddeckung in mancher Beziehung, insbesondere inder Möglichkeit ihrer Verwertbarkeit während politischer oder wirtschaftlicherKrisen nachstehe. Auch mußte die Reichsbankleitung sich gegenwärtig halten,daß infolge des allmählichen Einzugs der Rentenbankscheine der Notenumlaufeine entsprechende Erhöhung erfahren wird, für die rechtzeitig die gesetzliche Gold-deckung bereitgestellt werden muß. Die Devisenvorräte der Bank unterlagenunter dem Einfluß der vorstehend geschilderten Entwicklung vielfachen Schwan-kungen. Gold- und Devisenbestand zusammen haben nach Rückgängen bis inden Herbst dieses Jahres im Dezember etwa wieder die Höhe zu Ende desJahres 1924 erreicht.
Der gesamte Zahlungsmittelumlauf, der Ende Januar 1925 4209 Mil- Notenumlauflionen Reichsmark betrug, weist an den Monatsultimi bis Ende August eine Notendeckungfortschreitende allmähliche Steigerung bis zur Höhe von 5004 Millionen Reichs-mark auf, um alsdann auf dem Stande von etwas über 5 Milliarden Reichsmarksich zu halten. Nicht ganz in Übereinstimmung hiermit steht die Bewegung desNotenumlaufs der Reichsbank an den Monatsultimi. Hier zeigt sich ein all-mähliches Steigen bis Ende Mai auf 2609 Millionen Reichsmark. Es folgt einRückgang Ende Juni auf 2474 Millionen und dann ein weiteres Steigen bis auf2803 Millionen Reichsmark Ende Oktober, während Ende November ein kleinerRückgang bis auf 2770 Millionen Reichsmark eintrat. Daß der Notenumlaufeine etwas andere Kurve als der gesamte Zahlungsmittelumlauf verfolgt, hängtim wesentlichen mit der ständigen Zunahme des Metallumlaufs und mit denBewegungen des Umlaufs an Rentenbankscheinen zusammen.