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Worten: er fordert einAnathem des Reichstags gegen die sog. „neueRichtung“.
Wenn es mit der Darstellung des Herrn B. seine Richtigkeithat, so wird ferner dadurch bewiesen, dass Herr B. vollständig imUnrecht ist, wenn er die Hirsch-Duncker’schen Gewerkvereine als„den eigentlichen Zielpunkt“ des Schulze’schen Entwurfs bezeichnet,oder wenn er insinuirt, dass die Fortschrittspartei die Annahmeeines Gesetzes zu Gunsten aller Vereine lediglich aus Liebe zuden Ge werk vereinen betreibe. Unter einem Zielpunkte ist offen-bar dasjenige zu verstehen, dessenthalben man etwas unternimmt.Nun ist gerade nach Herrn B. der Schulze’sche Entwurf ohne alleRücksicht auf die Gewerkvereine entstanden. Gerade nach seinerDarstellung wurde man sich erst allmälig bewusst, dass das vonSchulze beantragte Gesetz auch auf die Gewerkvereine Anwendungfinden würde. Und im Gegensätze zu dem, was er der Fortschritts-partei zuschreibt, betreibt er lediglich aus Abneigung gegen dieGewerkvereine die Verwerfung eines Gesetzes zu Gunsten allerVereine.
Was aber haben die deutschen Gewerkvereine verbrochen, dassihrethalben allen andern noch nicht mit Corporationsrecht versehenenVereinen die Gerichtsfähigkeit und das Recht Eigenthum zu erwer-ben vorenthalten werden soll?
Da ist vor Allem die Entstehung der deutschen Gewerkvereine,welche Anstoss erregt und deren Verschiedenheit von der Entstehungder englischen Gewerkvereine nachdrücklich hervorgehoben wird.Nun haben sich allerdings die englischen Gewerkvereine ohne Bei-hülfe von aussen unter den Arbeitern der einzelnen Gewerbe natur,-gemäss gebildet, im Augenblick als die alte Ordnung der Industriesich auflöste, und zwar' in den einzelnen Gewerben früher oderspäter, je nachdem diese Auflösung früher oder später staufand.Die deutschen Gewerkvereine dagegen wurden vornehmlich in Folgeder Thätigkeit des Dr. Max Hirsch in’s Leben gerufen, der selbstzur Fortschrittspartei gehörig seinen Schöpfungen auch Sympathienunter den Anhängern derselben zu erwerben verstand. Allein HerrB. selbst ist weit entfernt (S. 98), den deutschen Gewerk vereinenaus dieser ihrer Entstehung einen Vorwurf zu machen. Der Grund,warum er dies nicht thut, „weil ohne die Initiative der Gründer derGewerkvereine die Sache weder in Gang gekommen wäre, nochohne ihre Thätigkeit in Gang bliebe“, wird allerdings durch den