Vorwort.
XV
vom Abschluß des Vertrags bis zu seinem Todesjahre fortgeschritten ist,darüber hat er vom 1. April 1879 bis 20. Januar 1884 im ganzensechs Berichte an die Historische Kommission des Börsenvereins der Deut-schen Buchhändler erstattet. Die fünf ersten Berichte bilden die Eingangs-artikel des 4., 6., 7., 8. und 9. Bandes des Archivs für Geschichte desDeutschen Buchhandels; der letzte Bericht ist abgedruckt in dem amtlichenTeile der Nr. 78 des Börsenblattes für den Deutschen Buchhandel.
Gleich in dem ersten dieser Berichte legt der Versasser die Grund-sätze dar, von welchen er bei Bearbeitung der Werkes auszugehen ge-denkt und auch ausgegangen ist. Nur zwei Gesichtspunkte können seinerMeinung nach hierbei in Betracht kommen: „einmal der antiquarisch-statistische, welcher bei der Natur seiner Voraussetzung notwendigerweiseseine Hauptstärke in Zahlen, Notizen und oft ansprechenden, oft lang-weiligen Einzelheiten oder Liebhabereien findet; dann aber die wissen-schaftliche Auffassung und Durchführung des Themas, welche den orga-nischen Zi "ammenhang des Buchhandels mit der allgemeinen deutschenKulturentwickelung nachzuweisen und den bleibenden geistigen Gehalt, dendauernden nationalen Gewinn aus den lose nebeneinander oder inein-ander laufenden Thatsachen herauszuschälen strebt". Kapp will seine Auf-gabe vom letztern Standpunkte aus lösen: „In unsern Tagen", so sagter weiter, „wo die bisher zersplitterten deutschen Stämme kaum erst ihreäußere Einheit wiedergefunden haben, kann nur diejenige Geschichtschrei-bung anregend und nachhaltig wirken, welche diese vaterländischen Strö-mungen zu läutern und zu vertiefen strebt, welche, indem sie sich derEinzeldarstellung eines so wichtigen Förderers unserer heimischen Bil-dung, wie des Buchhandels, zuwendet, dem Geiste unsers Volkes bis insA-B-C-Buch hinein, wenn ich so sagen darf, nachgeht und welche ihnvon seinen bescheidensten Regungen an bis zu seinen Großthaten dem all-gemeinen Verständnis näher rückt."
Vor allem und zuerst ging der Verfasser mit Eifer und Nachdruckan die Durchforschung der Archive. Er begann mit dem Besuche vonNürnberg, Augsburg, Ulm, Zürich, Basel und Karlsruhe im Frühjahr
Tode veröffentlicht worden: Friedrich Kapp , Gedächtnißrede von Georg von Bunscn(49. Heft der Volkswirthsckmftlichen Zeitfragen. Berlin 1885), und Friedrich Kapp ,von H. von Holst (im Bande der Preußischen Jahrbücher. Heft III.S. 217-264).