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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Buchhandel in Athen .

^Erstes

Vertrieb gezogenen Gewinn einsteckten. Hermodorus, dein Schüler Platos,wurde es zum Vorwurf gemacht, daß er mit seines Meisters Schriftenin Sicilien Handel getrieben habe. Reiche Bürger ließen sich durch ihreSklaven Abschriften machen oder schrieben mit eigener Hand ein ihnenwertvolles Manuskript ab. So soll Demosthenes selbst achtmal dieGeschichtsbücher des Thukhdides kopiert haben. Schon vor dem Jahre400 gibt es in Athen Bibliotheken. Möge selbst die Existenz der angeb-lich von Pisistratus und Polykrates gegründeten auf gewagten Schlüssenberuhen, so bleiben doch die eines Euripides, Euklides und NikokratuSübrig, von welchen Achenäus berichtet.

Erst seit Alexander dem Großen entwickelte sich in Athen ein regel-mäßiger geschäftlicher Betrieb des Handschriftenhandels. Wie der gekrönteSchüler des Aristoteles Alexandrien zur politischen Hauptstadt seinesgriechisch-asiatisch-afrikanischen Weltreichs erhob, so ehrte er Athen als diegeistige Kapitale der damaligen Welt uitd machte es noch auf Jahrzehntehinaus zu deren litterarischem Mittelpunkte, bis die Ptolemäer durch ihrestolze Hauptstadt und namentlich deren Bibliothek den Glanz Athens ver-dunkelten. Trotz seines politischen Verfalls übte aber der Ruhm sei-ner Vergangenheit noch immer einen so mächtigen Zauber, vor allemauf die Römer aus, daß Athen noch jahrhundertelang, selbst Alexan-drien gegenüber, ein bedeutender Büchermarkt blieb. Die Händler hat-ten ihren Stand auf dem Marktplatz und führten von hier ihre Hand-schriften bis zu den fernen Barbaren aus, und zwar nicht allein schön-geistige und philosophische Werke, sondern auch Staatsschriften. > Reickerömische Große, wie Lucullus und Sulla , kauften dort ganze Biblio-theken; junge vornehme Römer, welche in Athen Rhetorik und Philo-sophie studierten, betrachteten es als Sache des guten Tons und Ge-schmacks, von dort mehr oder minder ansehnliche Handschriftensamm-lungen nach Hause zu bringen. Die Preise derselben waren deshalb nichtbillig, weil Bücher bei der geringen Zahl brauchbarer Sklaven nichtmassenhaft hergestellt werden konnten und außerdem vielfach durch denschwankenden Preis des Papiers verteuert wurden. Für Athen ist kaumder Name eines berühmten Handschriftenhändlers, erhalten; nur ausder Zeit des Untergangs selbständigen griechischen Lebens sind Kallinusund Atticus auf die Nachwelt gekommen, von denen jener sich durchseine schöne Handschrift, dieser aber durch die seinem Geschäft gewidmete