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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Biicherwescn in Rom .

^Erstes

Werfung ihrer Heimat in Scharen nach Rom strömenden griechischenPhilosophen, Rhetoren und Sprachlehrer hatten namentlich einen mäch-tigen Aufschwung der Schriftstellern bewirkt, deren Erzeugnisse bald einselbständiger Schriftenhandel vermittelte. Die großen Bibliotheken, welchedie römischen Sieger aus Alexandrien und Griechenland hinwegführten,förderten zugleich das Studium der griechischen Litteratur. Der BankierPomponius Atticus war der erste, der diese Bücherschätze nicht bloß fürsich, sondern auch für seinen Handschriftenhandel benutzte; er verlegteunter andern verschiedene Werke von Cicero . Je mehr der Verfall despolitischen Lebens fortschritt, welches so viele reiche geistige Kräfte inAnspruch genommen hatte, desto größere Bedeutung erlangte der littera-rische Verkehr. Seine Blüte begann mit Augustus, wie vorher die inAthen mit der alexandrinischen Periode. Hier wie dort beruht dieHerstellung der Handschriften auf der Sklavenarbeit. In Rom wirdnur vollständiger und reicher nachgebildet, was in Athen in kleinern Ver-hältnissen geleistet worden war. Die Zahl der öffentlichen Bibliotheken,deren erste in Rom zur Zeit des Augustus von Asinius Pollio ge-gründet ward, stieg in ein paar Jahrhunderten auf achtundzwanzig. Mitder Entwickelung des geistigen Lebens unter den Kaisern aber ging auchdie entsprechende Bildung der Privatbibliotheken Hand in Hand. Eswurde unter den Patriciern bald eine Forderung äußern Auslandes, imBesitze bedeutender Handschriftensammlungen zu sein. Wenn Athen zehn Sklaven zur Abschrift von Handschriften hatte, so konnte Rom ihrer Tausende zu demselben Zweck verwenden und nun durch das ein-malige Diktat eines Manuskripts an eine große Zahl von fleißigen,gleichzeitig schreibenden Händen einen Großbetrieb herstellen, bei, welchen:man freilich die zahlreichen Hör-, Denk- und Schreibfehler mit in denKauf nehmen mußte. So kam die massenhafte Verbreitung einheimischerund fremder Geisteserzeugnisse durch die Schrift ihrer heutigen ver-mittelst der Presse vielleicht fast gleich; selbst die Preise der gangbarenWerke stellten sich in Rom sehr billig. Bei der Menge der Schreiberaber war hier das Bedürfnis einer noch massenhafter» Vervielfältigungder Schriftwerke gar nicht vorhanden, so nahe die Römer , ja selbst dieGriechen, dem Grundgedanken der Buchdruckerkunst auch kamen.

Schon das früheste Altertum kannte bewegliche Buchstaben, sowiedie Kunst, Schrift und andere Zeichen verkehrt in Stempel von Holz