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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Buchhandel in den Provinzen.

^Erstes

vielfach in verschiedenem Verlage. Von einzelnen beliebten Dichtern,z. B. Martial, wurden mehrere Ausgaben veranstaltet. So war einefür die Bibliotheken bestimmte schönere und teuerere bei Atrectus er-schienen, während die billige Taschenausgabe bei Tryphon herauskam.Auch in den übrigen Städten Italiens und der Provinzen gab es schonvom ersten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung an Handschriften-händler, welche ihre Artikel meist aus Rom bezogen und dem Verlegerzugleich bequeme Kunden für deren Absatz waren. Von den italischenStädten, wie Mailand, Pompeji, Neapel, Tarent und dem Einschiffungs-hafen Brundisium ganz zu schweigen, so seien hier von den Provinzial-städten erwähnt Athen, Smhrna und Alerandria im Osten, Autun ,Vienne, Rheims, Lugdunum (Lyon) und Massilia im Westen und Kar-thago und Utica im Süden. So umspannte denn auf Grund derSklavenarbeit der römische Handschriftenhandel die damalige civilisierteWelt. ?

Trotz dieses ausgedehnten Geschäftsbetriebes findet sich aber keineSpur der Anerkennung einer Art von Verlagsrecht, geschweige denn,daß dieses durch ein Gesetz geschützt, der Nachdruck oder vielmehr dieNachschrift durch ein solches verboten gewesen wäre. Es findet sich auchnirgends eine Spur, noch weniger eine Klage, daß man hier eine etwaigeVerletzung von Eigentumsrechten für denkbar gehalten habe. Einmalkonnten einer solchen Verletzung große Auflagen vorbeugen; dann ließsich der mutmaßliche Erfolg und Absatz eines Buches ziemlich genau nachdem Beifall berechnen, welchen es bei dem in Rom vor seiner Verviel-fältigung üblichen öffentlichen Vorlesen fand; endlich aber mag, wie Birt ^sehr richtig vermutet, unter den Handschriftenhändlern das freundschaft-liche Übereinkommen bestanden haben, einander keine neuen Berlagsartikelnachzuschreiben, wie ein solches bezüglich des Nachdrucks noch heutzutagevielfach unter den Verlegern derjenigen Länder üblich ist, welche ein-ander keinen gesetzlichen Schutz gegen letztern gewähren, wie z. B. Eng-land und die Vereinigten Staaten .

Die Herstellung der Handschriften und ihr Vertrieb durch den Handelerhielt sich in Rom , als dem bisherigen bedeutendsten Handschriften-markt der Welt, ziemlich in derselben Form und in derselben Aus-dehnung bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. Selbst die ersten Einfälle derBarbaren in Italien vermochten noch nicht, die geistige Herrschaft der