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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
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Kapitel.)

Schrciberthätigkeit außerhalb der Universitäten.

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Dieser letztere Zusatz hat zu mancher falschen Annahme verleitet, ob-gleich der kirchliche Sprengel im 15. Jahrhundert allgemein zur nähernBezeichnung der Heimat dient. Es bedeutet das gerade so viel, alswollte ein heutiger Hanauer seiner Vaterstadt noch die WorteRe-gierungsbezirk Kassel" hinzufügen. In Frankreich heißt noch heutzutageder Advokaten- und Notariatsschreiber tülsro; in England ist der Aus-druck LlsrK nicht allein für die Schreiber der Juristen noch gebräuchlich,sondern auch auf Handlungsdiener und Gehilfen aller Art ausgedehntworden. Die Stadtschreiber endlich waren Männer, welche sich mehroder weniger mit dem Studium des römischen und kanonischen Rechtsabgegeben hatten und dem Rate als Rechtsbeistände dienten, verunglückteStudenten oder durchs Examen gefallene Kandidaten, welche nicht fähigwaren, Richtcrstellen oder höhere Posten in der städtischen Verwaltungund Rechtsprechung zu bekleiden.

Der Handschriftenhandel entwickelte sich somit von zwei verschiedenenMittelpunkten aus: einmal in ziemlich beschränktem Umfange von denitalienischen Universitäten und Paris aus durch eine besondere Abschreiber-und Büchcrverleiher- und Verkäuferzunft, dan« aber in den Städtendurch die freie Ausübung des Lohnschreibergewerbes und der ihm ver-wandten Künste. Urkundlich fanden nun die deutschen Lohnschreiber schonim Anfange des 14. Jahrhunderts in den größern Städten und Meß-plätzen einen selbständigen Wirkungskreis oder verdienten ihr Brot anOrten, welche durch Kirchen, Heiligtümer, Jahrmärkte und Messen dieMassen anlockten. Wo Goldschmiede, Briefmalcr, Jlluminierer und Buch-binder blühten, da fehlten auch die Schöuschreiber und gewöhnlichenSchreiber nicht. Die kostbaren Breviarien und Meßbücher, Gebetbücherund Evangelienharmonien mit ihren goldenen und farbigen Initialen,ihrem weißen oder blauen oder gar purpurnen Pergament wurden vonden unzünftigen Schreibern ebenso schön, wenn nicht besser angefertigt,als früher ausschließlich von den Mönchen oder Weltgeistlichen, undebenso kostbar von den verwandten Gewerben gebunden und mit Edel-steinen verziert. Im ganzen 15. Jahrhundert, welches für den vorliegen-den Zweck vorzugsweise in Betracht kommt, bildete die Herstellung der-artiger Kunstwerke in Städten wie Brügge, Gent und Antwerpen , inAachen, Köln, Straßburg, Augsburg, Ulm und Wien einen nicht un-bedeutenden Handels- nnd Erwerbszweig. Namentlich förderten ihn die

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