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Kostbarkeit der Handschriften.
sErstes
bei Bozen . Ähnlich erwarb die Nonne Diemuth von Wessobrunn (1057—1130) für eine von ihrer kunstfertigen Hand geschriebene Bibel einLandgut am Peißenberg. Die Bücherei am Tegernsee nahm unter denÄbten Goßbert, Gotthart, Beringer u. s. w. so ansehnlich zu, daß dasKloster dem Kaiser Heinrich III. im Jahre 1054 eine kleine Bibliothekzum Geschenk machen konnte. Dabei waren viele Handschriften mitsilbernen und goldenen Buchstaben geschrieben und die Einbände Pracht-arbeiten von getriebenem Goldblech mit edeln ungeschliffenen Steinen,Perlen und Elfenbeinschnitzwerk besetzt. Friedrich Barbarossa machte inTegernsee eine ansehnliche Bestellung von Büchern; zugleich bezog er vondort Handschriften mit köstlichen Malereien.'° Noch im 14. Jahrhundertwaren die Handschriften so selten und teuer, daß sie häufig, wie z. B.1332 in Paris , vor einem Notar verkauft und übergeben wurden, an-dererseits aber auch so kostbar ausgestattet, daß man sich heutzutage kaummehr einen Begriff von einem derartigen übertriebenen Luxus machenkann. Hier nur einige Beispiele aus dem spätern Mittelalter.
Etienne de Conty zahlte für eine Luxusabschrift und den Prachteinband der 1345 verfaßten Henri Bohicschen Kommentare („In yuin-Hus ÄeerötÄÜuiQ 1idro8 Lomineiit^riA") in pariser Währung 62 Livrcs11 Sous, eine Summe, welche einem heutigen Geldwerte von etwa825 Franken entspricht. Davon kommen unter andern, auf Gebührenan den Abschreiber 31 Livres 5 Sous, auf das Pergament 18 Livres18 Sous, auf sechs große vergoldete Initialen 1 Livre 10 Sous, ausdie übrigen roten, schwarzen und blauen Illuminationen 3 Livres 6 Sous,auf Miete an den Pedell der pariser Universität 4 Livres und auf Ein-band 1 Livre 12 Sous.
Eine gute Abschrift des „Lorxus ^uris" kostete 1000 Goldgulden,sodaß der berühmte Jurist Accursius nicht im Stande war, sich einesolche anzuschaffen. Der eichstätter Domherr Hans Prahsel zahlte 1427für einen Livius 120 Goldgulden. Plutarchs „Parallelen" wurden1470 mit 800 Goldgulden bezahlt. Der Bruder Jan van Enkhuisenaus Zwolle erhielt einschließlich seiner Bevorauslagen für ein Pracht-exemplar der Bibel 500 Goldgulden; eine einfach geschriebene Bibeldagegen kostete 100 Kronen. Die Gräfin von Anjou gab für ein Exem-plar der „Homilien" Haimons, des Bischofs von Halberstadt , 200 Schafe,5 Malter Weizen und ebenso viel Reis und Hirse. Im Jahre 1474