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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Kapitel.)

Preise der Handschriften.

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verpfändete Ludwig XI. als Sicherheit für ein ihm von der parisermedizinischen Fakultät geliehenes Manuskript des arabischen Arztes Rhasessein Silbergeschirr und stellte außerdem noch einen Edelmann als Bürgenfür die Rückgabe. Ja, die Gräfin von Blois , die Gattin eines Baronsvon Castellane, vermachte 1392 in ihrem Testament ihrer Tochter einManuskript desLorxus ^uris" auf Pergament, unter der Bedingung,daß sie einen Rechtsgelehrten heirate, damit dieser kostbare Schatz indie rechten Hände komme. Der große pariser Buchhändler Firmin Didot ,einer der gelehrtesten und praktisch erfahrensten Bibliographen der Neu-zeit, berechnet die Höhe der Herstellungskosten der beiden in der pariserNationalbibliothek befindlichen lateinisch-französischen handschriftlichen Bi-beln auf fast 82000, beziehungsweise 50000 Franken" heutiger Wäh-rung und schließt vou dieser Berechnung sogar den Preis des Pergaments,den Lohn der gewöhnlichen Schreiber und die Kosten des Einbandes aus.Es gibt aber auch wenig Werke, welche, wie die teuerste der genanntenBibeln, 5122 in Gold und Farbe gemalte Bildchen enthalten. Didotschätzt jede dieser Illustrationen auf nur 16 Franken, ihren Gesamtwertalso auf 81958 Franken.

Man darf aber von den erwähnten und sonstigen Prachtwerken nichtauf die Ausstattung und Preise der gewöhnlichen Handschriften schließen,da auch damals jene die Ausnahme und diese die Regel bildeten. An-dererseits ist es aber unmöglich, eine sichere Berechnung der Preise dermittelalterlichen Handschriften anzustellen, geschweige denn nachzuweisen.Dazu fehlt es an den nötigen Angaben. Man findet überhaupt nurgelegentliche Aufzeichnungen, welche ein kaum annähernd richtiges Bildzu geben vermögen. Savigny und Kirchhofs führen zwar die Preise füreinige hundert Handschriften vom 12. bis 15. Jahrhundert an, indessenlassen sich aus diesen Verzeichnissen keine allgemeinen Schlüsse ziehen,da die Art des Stoffes (Pergament, Papier u. s. w.) und der Schrift,der Ort der Herstellung und die Zeit der Anfertigung bedeutenden Ein-fluß auf den Preis der einzelnen Handschrift ausüben. Am klarstenlassen sich die verhältnismäßig teuern Preise aus den für den Elementar-unterricht bestimmten Schriften nachweisen; sie sind in der That für denkleinen Mann fast unerschwinglich. So kostete nach der Schulordnungvon Bautzen 1418 ein A-b-c-Buch und Paternoster 1 Groschen, ein Donat10 Groschen und ein Doctrinate eine halbe Mark. Nun aber kaufte man