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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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lingen stellt, welche nur ein paar hundert Gulden zu den Herstellungs-kosten beitragen. Wäre Gutenberg während des Gesellschaftsvertragsmit Riffe, Dritzehn und Heilmänn gestorben, so hätten diese, gegen Aus-zahlung von 100 Gulden an seine Erben, das ganze Geschäftsinventaran sich nehmen und seine Erfindung als die ihrige ausbeuten können.Auch Fust gegenüber fühlte er sich so sicher, daß er nicht einmal einenTermin bestimmte, bis zu welchem das Geld zurückbezahlt werden sollte.Im Geiste sieht er nach Art aller großen Erfinder seine Pläne schonverwirklicht und bis ins einzelne gelungen, während er zu ihrer pratti-schen Durchführung noch die schwersten Hindernisse zu überwinden hat.

Dabei muß er ein frisches und leichtlebiges Blut gewesen sein, diesermainzer Patriciersohn, der schon jung in die Verbannung wandert, aberimmer den Kopf voll stolzer und kühner Entwürfe behält, das Vertrauenanderer gewinnt, weil er selbst Vertrauen zu seiner Sache hat und seinenGlauben sogar nüchterueu Geschäftsleuten einzuflößen weiß. Daß er denWein nicht verachtete, sondern in guter. Gesellschaft zu trinkcu liebte, zeigtihn auch von seiner gemütlichen Seite. Seine beiden neuen Gesell-schafter Andreas Dritzehn und Andreas Heilmann machen ihm ein paarFässer Wein zum Geschenk, welche er mit ihnen in seiner damaligenWohnung im Kloster Arbogast leerte. Sie verkehren freundschaftlichmit ihm, essen ohne jede Vergütung an seinem Tisch, ruhen mit ihmvon des Tages Arbeit aus und verehren in ihm stets den Höher-stehenden, den Meister. Es gehört keine große Einbildungskraft dazu,sich dieses Zusammenleben auszumalen, wie es denn auch ein Beweisfür die Milde und Freundlichkeit seines Wesens ist, daß der erprobteDiener Loren; Beildeck trotz aller Not und Sorge treu bei seinem Herrnaushält.

Gutenbergs Erfindung ist und das kann nicht genug hervor-gehoben werden nicht die Verbesserung einer alten unvollkommenenEinrichtung, sondern vielmehr eine ganz neue Kunst, aus welcher wiederzahlreiche, bisher nicht gekannte Gewerbe und Geschäfte mit den viel-fältigsten Interessen hervorgehen. Es ist nicht in erster Linie ein quan-titativer, als vielmehr ein wichtiger qualitativer Unterschied, ob die ver-einzelte mühsame Abschrift des Sklaven oder Mönchs durch den Hand-schriftenhändler ihren Weg in die nächsten Kreise findet, oder ob dietausendfache gleichartige Vervielfältigung eines und desselben Buches