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Äußcres der ersten Drucke.
Mstes
turcu verwandle. Diese scheinen zuerst von Johann Köhlhoff in Köln seit1472 angewandt worden zu sein und sind numerierte Buchstaben, späterZahlen, welche unten ans der Schöndruckscite der ersten Blätter einerjeden Lage oder eines jeden zusammengefalteten Bogens stehen; sie laufenstets bis zum ersteu Blatt der zweiten Hälfte einer Lage, sodass eineFolioquatcrne A mit A 1—5 signiert ist, während die drei letzten Blätterkeine Zignaturen tragen. Sie bezeichnen die Ordnung, in welcher dieBogen aufeinander folgen. Man findet sie zwar schon in den xylo-graphischen Bilderbücher», sowie iu Manuskripten, aber sie mangelnin den ältesten Drucken, sind hier nur manchmal, vielleicht oft, amuntersten Räude der Blätter handschriftlich hinzugefügt worden; der,Hobel des Buchbiudcrs hat sie beim Beschneiden nur meist entfernt.Vielfach brachte dann, und zwar bis in die Mitte des 16. Jahrhundertshinein, der Schluß des Bandes ein „ Ksgistrunr cliai wrura " (fran-zösisch Rsgistro) mit Angabe, ob die Signaturen Ouaternen, Quiil-tcrncn u. f. w. seien, um dem Käufer, beziehungsweise Buchbinder, dasKollationieren des Bnchö zu ermöglichen. Uuter Rubriken versteht mandie Überschriften und Inhaltsangaben der Kapitel, weil dieselben in denMauuskripten und den ältesten Druckwerken mit roter Farbe eingeschrieben,in den letzter» wenigstens noch markiert wurde». Das Letztere geschahauch bezüglich der großen Vcrsal-Buchstabeu im Text.
Weiidelj» von Speicr führte 1470 in Venedig den Gebrauch derCustoden eiu und Arnold Ter Hoerncn 1471 in Köln (nach andern AntonSorg in Augsburg ) die Blattzahlen. Dagegen brachten schon die erstenDrucker in der Regel die Rubriken und schloffen sich auch in der Inter-punktion unbedingt dem Beispiel und Vorgang der Handschriften an.In die scchsnnddreißigzciligc Bibel der wiener Bibliothek sind dieInterpunktionen, zum Teil sogar erst nachträglich, in den Jahren 1487und 1589 eingeschrieben worden.
Es ist aus allen diesen Gründen ein Irrtum, wenn man heutzutagevielfach annimmt, daß es mit jener Anlehnung an die Schönschreiberauf eine Täuschung der Büchcrkäufcr abgesehen gewesen sei, um sich vonihnen die Drucke ebenso teuer wie die Handschriften bezahlen zu lassen.Jedenfalls hätte ein solcher Betrug uicht lange »»entdeckt bleiben können,denn die Känfer waren durchaus nicht so unerfahren in künstlerischenDingen, als daß sie sich so plump hätten betrügen lassen. Zudem