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genau bekannt geworden und hatte höchst wahrscheinlich diese Reise an-geraten. Paris , als damals bedeutendste Universität des Abendlandes,bestimmte auch die Richtung der Geister und den Bedarf an Büchern.Wer von fremden Klöstern, Gelehrten oder Liebhabern eben konnte, be-zog von dort seine größern oder geringern litterarischen Bedürfnisse.Nun erhielt aber Paris , wie das dritte Kapitel näher ausführen wird,seine ersten Drucker nicht früher als im Jahre 1470. Die ihrer An-kunft unmittelbar voraufgehende Periode war aber eine Zeit hoher litte-rarischer Blüte und kam dem Bncherverkauf besonders zu statten: Grundgenug für Fust, diesen so günstigen Markt im Interesse seiner Firmazu besuchen und dort so allgemein begehrte Artikel, Wie die lateinischeBibel, zu verkaufen. Das Bedürfnis verband sich zugleich mit demReiz der Neuheit des ersten Druckes.
Es ist dagegen urkundlich nachgewiesen, daß Fust in der ersten Hälftedes Jahres 1466, bald nach dem Erscheinen der zweiten Auflage des„Oicsro Äs OMoiis", mit diesem und verschiedenen andern Verlags-artikeln nach Paris reiste und sie dort verkaufte. Aus einem in derStadtbibliothek von Genf befindlichen Exemplar dieser zweiten Auflagedes „(Äosrv" geht hervor, daß Ludwig de la Vernade es im Juli 1466in Paris von Fust selbst erhalten hattet
Wie Paris, so zog die Firma schon frühe, wenn nicht früher, Deutsch-land in den Kreis ihrer Unternehmungen. Den Beweis für diese That-sache liefert ein Beglaubigungsschreiben (s. Anhang unter I), welchesder frankfurter Rat am 3. Juni 1469 an den lübecker richtete, woriner diesen bittet, dem Bevollmächtigten der Fustschen Erben, KonradHenckis, zur Eintreibung einer Forderung behilflich zu sein, welche Fustund Schöffer an den lübecker Kaufmann Kurd Horlemann für verschiedeneihm gelieferte gedruckte Bücher hatten. Wenu diese Forderung 1469gerichtlich geltend gemacht wurde, so mußte sie doch schon einige Zeitfrüher entstanden sein, und zwar in Frankfurt a. M., da nicht Mainz ,die Vaterstadt Fusts, sondern Frankfurt a. M. für ihn eintrat.
Fust und Schöffer waren also nachweisbar die ersten Händler mit.den von ihnen gedruckten Büchern und überhaupt die ersten Buchhändler.Ihre Preise waren trotz der Neuheit der Kunst, niedrig im Verhältniszu den Handschriften. ° Madden führt an, daß ein auf Pergament ge-drucktes Exemplar der zwemndvierzigzeiligen Bibel zu jener Zeit in Paris