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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
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Kapitel.) Mainz: Schöffer und seine Filiale in Paris . 71

stimmten Zeit, am 7. September 1470, von ihm herausgegeben wnrdcn.Die lateinisch geschriebene Anzeige findet sich in deutscher Übersetzung imAnhang unter II und beweist, daß sich der erste deutsche Verleger schonganz vortrefflich auf dieReklame" verstand.

Fust starb, wenn nicht in der letzten Hälfte des Jahres 1466, spä-testens Anfang 1467, denn im März dieses Jahres erlosch die FirmaFust und Schöffer und es trat die neue Firma Peter Schöffer au ihreStelle, welche bis 1503 bestand. Fust hatte zwei Söhne hinterlassen,von denen der jüngere, Konrad, auch Hancquis, Henlich oder Henchinsgenannt (verstümmelt ausJohannes Sohn"), als Teilhaber, jedoch nichtmit Namen, in die neue Firma Peter Schöffer eiutrat. Die von Fustin Paris gegründete Filiale hatte sich als höchst einträglich erwiesen.Schöffer beeilte sich daher 1470, in der Person des Hermann von Stadt-lohn oder Stadtloe (nicht Stadthoe, wie fälschlich ein Autor dem andernnachschreibt), einer in der Diöcese Münster, an der nordwestlichen Grenzedes gleichnamigen preußischen Regierungsbezirks gelegenen und durch eineSchlacht (1623) im Dreißigjährigen Kriege bekannter gewordenen kleinenStadt, einen neuen Vertreter in Paris und zugleich auch iu Augersanzustellen. Unter diesem nahm das pariser Geschäft einen noch bedeu-tenden: Aufschwung. Schöffer und sein Gesellschafter Konrad brachtenjetzt nicht bloß ihren eigenen Verlag, sondern auch die Werke andererVerleger aus Mainz dahin. Diese Thatsache ergibt sich unter andermaus einer Notiz, welche Schöffcr in eine, der Bibliothek des pariserArsenals gehörige und 1474 von Anton Koberger in Nürnberg gedruckteAusgabe des Johannes Scotus eingetragen hat.Ich, Peter Schöffer ,Buchdrucker aus Mainz ", heißt es dort,bekenne, von dem ehrwürdigenMagister Johannes Henrici, Sänger aus Pisa, drei Scuta für denPreis dieses Buches erhalten zu haben, was ich hiermit eigenhändig be-scheinige."

Hermann verkaufte diese Bücher sowohl in Paris als auch inAngers und andern Städten Frankreichs , in welchen er Zweignieder-lassungen errichtet hatte. Dann trat er zugleich als Faktor bei demgeschworenen Universitätsbuchhändler Johann Guhmier in Paris ein,offenbar, um auch an der Universität Geschäfte für Schöffer machen zukönnen. Am 5. April 1470 verkaufte er eine auf Pergament gedrucktemainzcr Bibel an den Erzpriester Wilhelm von Tourneville zu Augers