Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
83
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Kapitels

Strasilmrq: Johann Mcntcl.

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das stt'aßburger Bürgerrecht; seines Kunstgewcrbcs wegen wurde er, wiespäter alle Buchdrucker, in die ZunftZur Stelz" eingeschrieben. Ergehört zu den ersten, welche die Bedeutung ahnten, zu welcher die neueKnnst berufen war. Wo und wie er sie erlernt hat, weiß man uicht.Eine Verbindung mit Guteiiberg oder mit einem der straßburger Gesell-schafter desselben ist geschichtlich nicht nachzuweisen. Auch der Zeitpunktfür die Errichtimg der Mentelschen Druckerei kann nur annähernd be-stimmt werden. Die frciburgcr Bibliothek besitzt ein Exemplar der e-rstcnder lateinischen B'beln Mentels in zwei Foliobänden; sie gilt wenigstensseit Panzer als Mentels Werk. Am Ende des ersten Bandes steht von derHand des Rnbrikators geschrieben:Lxplicit?Ka,1t<zrium 1460", am Endedes zweiten aber:Lxplioit ^cioli-l^psis ^nno 6omini N°O0M°Ixi°"."Demnach hatte Mentcl den ersten Band 1460 vollendet, und man kannals gewiß annehmen, daß die Errichtung seiner Offizin mindestens einoder zwei Jahre früher stattgefunden habe, zumal hiermit die gleichzeitigeChronik des Philipp dc Lignaminc (1474), eines römischen vornehmenBuchdruckers und Verlegers, libereinstimmt, welche in einer Notiz überdie Buchdruckerkuust die Wirksamkeit Gntenbcrgs, Fusts und Mentelsin das Jahr 1458 setzt. Die obige Bibel enthält 427 Blätter, welchezweispaltig mit 49 Zeilen auf jeder Seite gedruckt sind. Sie ist zugleichdie erste Bibel, die mit kleinern gotischen Lettern nach Erscheinen dermit Missalschriften hergestellten zweiundvierzigzeiligen und sechsunddreißig-zeiligen Bibeln herauskam, und scheint den Mainzerr. Fust und Schösfererst den Anstoß zn ihrer achtundvicrzigzciligcn Bibel von 1462 gegebenzu haben. Schon die Charaktere dieser schönen Mentelschen Bibel zeigenin ihrem flotten Zuge das Gepräge des beweglichen Geistes ihres Schöpfers.Für diesen rührigen Geschäftsgeist sprechen auch vor allem die von Mentclherrührenden ältesten gedruckten Verlagsverzeichnisse, deren er sich in derArt der heutigen Prospekte, ahnlich wie schon früher der Handschriften-Händler Dicbold Lanbcr in Hagenau, zur Empfehlung seiner Bücher be-diente und deren im fünften Kapitel ausführlicher gedacht werden muß.Von besonderer Wichtigkeit sind diese Verzeichnisse aber deshalb, weil esdurch ihre Vermittelung erst möglich geworden ist, die Druckwerke Mentelözu erkennen; denn nur wenige derselben hat er unter seinem Namenerscheinen lassen. Derselbe findet sich nur iu dem von ihm heraus-gegebenen vierten Buche von Augnstinus'vs vaotrink okristiang,"

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