Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
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Kapitel.) Straßbnrg: Johann Schott. Johann Prüß. Johann Grüninger . 89

falls Buchdrucker und veranlaßte durch die Umschrift des MentelschenWappens, das er als. Enkel des großen Prototypographen auf den Titeleiniger von ihm herausgegebenen Werke setzte, daß das Märchen voneiner durch Mentel erfundenen Buchdruckerkunst sich weiter verbreitete undden Ruhm Gutenbergs eine Zeit lang verdunkeln half. Seine Thätig-keit als Drucker ist höchst bedeutend. Zu seiner Zeit schon erblühte dervom Besitz einer Druckerei unabhängige straßburger Verlagsbuchhandel.Im Jahre 1510 gab Johann Schott mehrere Werke auf Kosten seines Freun-des Georg Übelin, genannt Maxillus, heraus; 1513 druckte er für denStraßburger Johann Knoblauch, 1515 für Paul Götz, 1517 und 1518für beide zusammen, 1519 für Blasius Salomon in Leipzig , 1536 fürAndrea Calvi zu Mailand . Er lebte noch 1545. Sodann sind die schongenannten Johann Prüß, 1480 bis 1510, und dessen gleichnamiger Sohn(bis 1527) zu nennen. Jener war ein geborener Würtemberger (geb.1447) und machte den Druck liturgischer Werte zu seiner Spezialität.Man hat von ihm Marthrologien mit Kalendern, Meßbücher. Gradualeund Psalter mit den Musiknoten Außerdem gab er Schriften aus fastallen Gebieten der Litteratur heraus. Als Buchhändler besaß er zweiLäden, einen im HauseZum Tiergarten", da, wo Mentels Offizin ge-wesen war, und einen andern am Eingang zum ^Münster . Sein Sohndruckte für Knoblauch und Paul Götz. Die seinen Nomen allein tragendenBücher belaufen sich auf etwa 20 lateinische und 6 deutsche . Nach 1519druckte er zahlreiche lutherische Schriften nach.

Einer der bedeutendsten straßburger Drucker war Johann Remhartaus Grüningen in Würtemberg, gewöhnlich Johann Grüninger -genannt,der zuerst 1480 m Basel als Drucker auftritt und 1482 in Straßburg das Bürgerrecht kaufte. Im Jahre 1483 gab er in Gemeinschaft mitHeinrich von Jngweilcr dieKiswrig, »ottolastiog." heraus, trennte sichaber bald von ihm und druckte später allem bis 1529. Seine Offizinwar eine hochangesehene. Theologische Werke, hauptsächlich in deutscherSprache, Volksbücher und poetische Litteratur gingen reichlich aus der-selben hervor; sein Verlag erstreckte sich aber auf alle Teile der Wissen-schaft. Er war nebenbei zugleich ein großer Nachdrucker und suchteder ersten einer, sich selbst durch Privilegien gegen den Nachdruck zuschützen. Seine Drucke zeichnen sich vor allein durch zahlreiche Holz-schnitte und Verzierungen, wie schöne Alphabete von Initialen und Titel-