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seinem Briefwechsel, sondern auch zu Unterhandlungen mit Druckern fürdie Herausgabe seiner Schriften. In dem oben schon angeführten Briefean Peter Ämmonius schreibt Erasmus, er habe Birckmann das Manu-skript seiner „kroverbia,", des „Plutarch " und „Lucian" mitgegeben,um es an Jodocus Badius in Paris zum Druck zu übergeben. Birck-mann zog es aber aus irgend einem Grunde vor, Badius zu übergehenund die Werke an Froben zu geben, wodurch die später so intime unddauernde Verbindung des berühmten Gelehrten mit dem großen base-lcr Buchdrucker eingeleitet wurde. Birckmanns Verkehr mit Basel bliebununterbrochen fortbestehen und übte einen bedeutenden Einfluß auf dieVerlagsthätigkeit Frobens aus. Als der Tod Wolfgang Lachners, desSchwiegervaters Frobens, diesem den eigentlichen Leiter seines Geschäftsraubte, mag Birckmanns Beteiligung an Frobens Unternehmungen nochmehr verstärkt worden sein. Der Briefwechsel des Erasmus zeigt sogardeutlich, daß Birckmanns Teilhaberschaft an Frobens Geschäft nicht nurbei einzelnen Unternehmungen, sondern ziemlich allgemein bestanden hat.Für die gemeinschaftlichen Vcrlagsunternehmungen behielt Froben denbuchhändlerischen Vertrieb für Deutschland auf der frankfurter Messe ,während Birckmann seinen Absatzkreis iu den Niederlanden, England und Frankreich suchte. Daß dieser dabei oft größere Erfolge erzielte, alsFroben selbst, ist aus dem Briefwechsel des Erasmus mit Ludwig Vivesdeutlich zu ersehen. Bezeichnend für den Unterschied der litterarischenVerhältnisse des Südens und Nordens ist ein Vorkommnis, das sich inden Niederlanden an diesen Vertrieb Frobenscher Druckwerke durch FranzBirckmann knüpfte und für diesen verhängnisvoll wurde. Er wurdenämlich im Jahre 1526 von den antwerpener Behörden wegen des Ver-kaufs der Ökolampadischen Übersetzung des Chrysostomus, wodurch ereine Übertretung der Censurvorschriften begangen haben sollte, verhaftet,und gelang es ihm erst nach vielen Weitläufigkeiten und Kosten, sichden Übeln Folgen zu entziehen.^ Ein so thätiger Verleger wie Birck-mann beschäftigte natürlich viele auswärtige Drucker. Über diese seineBeziehungen wird das fünfte Kapitel sich ausführlicher verbreiten. Hiersei nur noch erwähnt, daß er selbst 1526 in Köln eine eigene Druckereierrichtete, die er jedoch nicht lange mehr leitete, da sein letztes Verlags-werk aus dem Jahre 1529 stammt. So epochemachend dieser großeBuchhändler nun auch für die Entwickelung des Geschäfts geworden ist,