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^Zweites
dessen Geiste fort. Nach seiner Grabschrift hat er 108 Buchhändler-messen in Frankfurt besucht. Unter seinen Verlagswerken finden sichvorzugsweise alte Klassiker, über vierzig an der Zahl, eine von SebastianMünster besorgte hebräisch-lateinische Bibel, Werke von Petrarca, Poggiound Kopernikus. Auch in der Politik seiner Baterstadt nahm HeinrichPetri eine hochangesehene und bedeutende Stellung ein. Seine SöhneSixtus und Sebastian Henricpetri führten noch bis in die ersten Jahr-zehnte des 17. Jahrhunderts die väterliche Druckerei fort.
Außer den Genannten druckten in Basel von 1518 bis 1536 An-dreas Cratander , der als Verleger namentlich im Dienste des Huma-nismus und der Reformation wirkte; 1519 bis 1535 Thomas Wolf;1521 bis 1535 Valentin Curio; ferner Johann Bebel von 1523 ab(auch zusammen mit Cratander und Michael Jsengrin von 1531 ab);Johannes Faber Emmeus, der später seiner katholischen Sympathienhalber aus Basel hinausgemaßregelt wurde und nach Freiburg über-siedelte, von 1526 bis 1529; Johannes Walder und BartholomäusWesthemer, beide von 1536 ab; Nikolaus Brhlinger, auch vereint mitBartholomäus Calybäus, von 1537 ab.
Seit Johann Froben hatte die baseler Buchdruckerkunst keine solchenErfolge gezeitigt, als mit oem Auftreten des Johannes Oporinus , zudeutsch Herbster, der von 1540 bis 1568 eine großartige Thätigkeitentwickelte. Oporin, 1507 in Basel geboren, war der Sohn eines ver-dienten Malers, dessen Werke jedoch verloren gegangen oder heute nichtals die seinigen erkannt sind. Johann widmete sich dem Studium derMedizin und Physik und wurde Famulus des berühmten Paracelsus ;später erhielt er eine Professur der griechischen Sprache und verbandsich um 1539 mit seinem Schwager Robert Winter, mit Thomas Platter und Balthasar Ruch zu einem Buchdruckergeschäft; sie brachten gemein-schaftlich Cratanders Offizin gegen allmähliche Abzahlung des Kauf-preises von 800 Gulden an sich. ^ Thomas Platter hat in seinerSelbstbiographie den traurigen Ausgang dieses Unternehmens mit rühren-der Naivität geschildert. Es endete damit, daß die Gesellschaft sich nachein paar Jahren wieder trennte und Schriften und Werkzeuge teilte.Oporin blieb einstweilen mit seinem leichtsinnigen Schwager Winternoch zusammen, aber auch dieses Verhältnis hatte keinen Bestand. Alsbald danach Winter starb, nachdem er alles durchgebracht, übernahm