133
Jahre durch seine Verheiratung mit Magdalena Welser zu einer derangesehensten Familien in verwandtschaftliche Beziehungen. Bald dar-auf errichtete er in seinem Hause eine Apotheke und gegen 1517 eineBuchdruckerei, an welch letzterer sich im folgenden Jahre der reiche Kauf-mann Marx Wirsung beteiligte. Beide druckten bis 1522 gemeinschaft-lich. Von diesem Jahre an verschwindet Wirsungs Name und Grimmsetzt noch zwei Jahre lang allein das Geschäft fort. Ob er 1524 ge-storben ist oder ob er aus Mangel an Kapital hat aufhören müssen, istnicht bekannt; doch weiß man, daß er durch Unglücksfälle sein Vermögenverlor. Die Druckerei scheint an Simprecht Ruf übergegangen zu sein;sie hat übrigens auch noch besonders dadurch Bedeutung, daß sie in derReformationszeit lebhaft Partei nahm und einen großen Teil der SchriftenUlrichs von Hütten veröffentlichte, wie denn auch Shlvan Othmar dieWerke Luthers vielfältig nachdruckte."
Als letzte hervorragende typographische Größe Augsburgs in der Re-formationszeit ist endlich Heinrich Steiner zu nennen. Vermutlich ausder Schweiz nmS Jahr 1522 eingewandert, fing er im darauf folgendenJahre, an, den Buchdruck auszuüben. Durch Fleiß und Unternehmungsgeist uud wohl auch vom Glück begünstigt, wurde er im Laufe der Jahreder größte Buchdrucker Augsburgs und blieb bis 1545 thätig. DieWerke, welche er herausgab, meist Übersetzungen griechischer und latei-nischer Schrifsteller neuerer nnd älterer Zeit, wie Vegetius, Cicero „Vonden Pflichten", Petrarca „Vom Glück", Plutarch , Polhdor Vergil „VonErfindung der Dinge", Xenophon, Johann Stobäus , Thuchdides, De-mosthenes, Boccaccio „Von berühmten Weibern" u. s. w. oder Gedichtder schwäbischen Zeit sind meist mit Holzschnitten von den bekanntenMeistern Hans Burgkmair, Urs Graf , Schäufelein u. a. verziert und oftmit einer für jene Zeit außerordentlichen Pracht ausgestattet, wie dieBeschreibung des Konzils von Konstanz vom Jahre 1536 und nament-lich eine Bibel vom Jahre 1535, von welcher Pergamentexemplare invier Foliobändcn existieren. Das gleiche Los wie Grimm traf aberauch Steiner. Nachdem er bis 1545 mit Glück gearbeitet hatte, gerieter in finanzielle Schwierigkeiten, von denen er sich nicht wieder erholte.Er scheint im Jahre 1548 gänzlich verarmt gestorben zu sein. ^ DasDruckergeschäft hatte zu jener Zeit keinen goldenen Boden in Augsburg ;nur Ratdolt starb reich.