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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kavitcl.Z

Ulm: Johann Zainer .

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Frank, Christoph Mang, Michael Manger, Andreas Aperger , Chrhso-stomus Daberzhofcr, Dominicus Custos gedruckt worden. Noch voneiner zweiten litterarischen Gesellschaft, derSockg-Iitas Iitt.srg.ria, Dann-liiana.", sind einige Bücher bekannt, welche von ihrem Bestehen Zeugnisablegen, obgleich sonst sehr wenig über Kieselbe verlautet.

8. Ulm.

Die beiden alten Schwesterstädte Augsburg und Ulm, Haupt undHerz des Schwabenlandes, wie sie Haßler nennt, thun in schöner Ein-tracht fast gleichzeitig den Schritt in die neue Kulturepoche. GüntherZainer in Augsburg, Johann Zainer in Ulm, beide aus Reutlingen gebürtig, beide mit gleichem Streben ihrer edeln Kunst zugethan, traten,der eine hier, der andere dort, fast gleichen Fußes ihre ehrenvolle Lauf-bahn an; den einen führte sie zum frühen Ende, deu andern in einspätes, aber dornenvolles Alker.

Nach Häßler^ galt bis auf die neueste Zeit ein anderer Typograph,Ludwig Hohenwang, als der erste Buchdrucker der Stadt Ulm, alleinneuerdings ist von Jlgenstein dargethan, daß Hohenwang weder eine sofrühe Thätigkeit zukommt, noch daß er überhaupt zu den ulmer Buch-druckern gehört, vielmehr nach Augsburg um 1477 zu verweisen ist ^Demnach gebührt also Johann Zainer die Ehre, in Ulm die Buchdrncker-kunst eingeführt zu haben und zwar nicht erst um 1473, in welches Jahrman nach seinem ersten datierten Drucke bisher seine Anfänge setzte,sondern schon vor 1469, denn unter den in der Auktion Bearzi ver-kauften Büchern trug ein Exemplar der von Johann Zainer ohne Da-tierung gedrucktenI^sZenAa, Lg,Q<zt>oruoi" des Jacobus de Voraginc(Nr. 476) die durchaus gleichzeitige Notiz des Rubrikators?rg.tsrRra-smus, 1469. ?iotc»r kliiloeatus".

Johann Zainers Thätigkeit dauerte bis gegen 1520. Man kenntvon ihm gegen 80 Drucke, meistens mit Holzschnitten und prächtigenRandverzierungen in Holzschnitt ausgestattet; er verwandte erstere schon1470^, g^'o früher als Johann Veldener in Utrecht, welchem wegenseineskasoioulus tsmxvrum" von 1480 bisher die Übertragung dieserArt des Bücherschmucks auf gedruckte Bücher zugeschrieben wurde. Trctzseiner Verdienste um die Kunst war Zamers Laufbahn eine mühevolleund sorgenreiche. Bereits vom Jahre 1487 an erscheint sein Name im