Humanismus oder gar reformatorischen Ideen wenig beeinflußt. Nebender von ihm selbst fünfzehnmal gedruckten und außerdem noch viermalauswärts verlegten Bibel sind es das Recht, die Theologie sowie dieScholastiker und großen Summisten, eine kolossale Foliantenlitteratur,welche den Bestand seines Verlags ausmachten und mit dem AuftretenLuthers sehr bald veralteten. Allgemein bekannt sind seine mit Holz-schnitten verzierten Ausgaben der deutschen Bibel 1483, des „Schatz-beHalters" von 1491 und vor allem der (übrigens lediglich von ihm ge-druckten) Schedelschen Chronik von 1493, zu deren Jllustrieruug gegen2000 Holzstöcke der nürnberger Künstler Wohlgemut und Plehdenwurfgedient haben. Das Verlagsgeschäft wurde nach seinem Tode (1513)von seinem Neffen Johann und seinem Sohne Anton noch bis 1525rüstig fortgesetzt.
Ein jüngerer Bruder Antons, Namens Melchior, verlegte noch 1540eine böhmische Bibel. Von hier ab aber verschwindet der Name Kobergeraus dem Buchhandel. Die Reformation bereitete dem Welthause einunerwartet schnelles Ende. Fortan scheint die Familie sich ausschließlichdem Juweliergeschäft zugewandt zu haben; im Jahre 1629 stirbt ihrletzter Sproß.
Die auf Koberger folgenden oder gleichzeitig mit ihm wirkenden nürn-berger Buchdrucker sind zunächst der ausgezeichnete Mathematiker JohannRegiomontanus, eigentlich Johann Müller aus Königsberg in Franken,auch Molitor, Kunsperg, Johannes Germanus oder Francus genannt.Er errichtete 1471, also früher als jener, mit Unterstützung eines reichennürnberger Bürgers, Bernhard Walther , eine Druckerei, welche aus-schließlich die Hebung der mathematischen Wissenschaften ins Auge faßte.Die ersteu Erzeugnisse derselben waren ein deutscher und ein lateinischerKalender, die in Holztafeldruck ausgeführt, dann mit Typen gedruckt wur-den, und mehrere mathematische Werke, unter welchen die „Ephemeriden "für 1474 bis 150L die bedeutendste Stelle einnehmen. Müllers wegender seitens Papst Sixtus' IV. beabsichtigten Kalenderreforin erfolgte Be-rufung nach Rom machte schon 1474 seiner Thätigkeit in Nürnberg einEnde. Zu erwähnen sind ferner noch Friedrich Creußner, 1472 bis 1497;die „Brüder des gemeinsamen Lebens", die sich hier aber „Brüder desOrdens vom heiligen Augüstin" nennen, 1479 bis 1491; Konrad Zeningervon Mainz , 1480 bis 1482; Peter Wagner oder Currifex, der Nachfolger