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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Nürnberg: Anton Koberger .

^Zweites

ist Koberger bis 1513 nur noch als Verleger thätig^, beschäftigte nurnoch die Pressen anderer Drucker.Dieser Koberger", sagt sein ZeitgenosseJohann Neudörffer ,hatte täglich mit 24 Pressen zu drucken; dazu hielter über 100 Gesellen, die waren einesteils Setzer, OorröLtorss, Drucker,Posselierer, Jlluministen, Componisten, Buchbinder," Interessant fürdie Kenntnis der Kobergerschen, dem modernen Fabrikwesen ähnelndenBetriebsweise seines Geschäfts, die ganz im Gegensatz zu den sonstigenGebräuchen der Gewerbe jener Zeit stand, ist auch die Angabe Neu-dörffers:Diese alle" nämlich seine Arbeiterverkostet er anandern Orten, sie hatten eine gewisse Stunde von und zu der Arbeitzu gehen, ließ keinen ohne den andern ins Haus, so auf dem S. Gülgen-hof war, sondern mußten einer des andern vor der Hausthür warten."

Von mehrern der großen Buchdrucker des 15. und 16. Jahrhundertswird die Zahl der Kobergerscheu Verlagswerke (etwa 220) Wohl erreicht,vott einigen sogar noch bedeutend überholt, wie z. B. von Johann Oporinzu Basel; von niemand aber wird Koberger in der Form und in derAusdehnung seines gesamten Geschäftsbetriebs übertreffen. Das Ge-heimnis seines großen Erfolgs lag in der allmählichen, planmäßigen Er-weiterung seines Absatzgebiets, in dem möglichst schnellen Umschlag seinesKapitals, in der Verteilung des Risiko. Seine Filialen in Frank-furt a. M., Paris und Lyon, seine Verbindungen mit den Niederlanden ,Italien, Österreich, Ungarn und Polen, seine ganz Deutschland und dieNachbarländer besuchenden Reisediener oder Hausierer, sie alle bildeten dieGrundlage seines großartigen Buchhandels, dessen Geschäfte von demMittelpunkte Nürnberg aus geleitet wurden. Auch die damals besondersschwierige Kontrolle führte Koberger durch ein großes Lagerbuch, in wel-chem nach Neudörffers Zeugnis die einzelnen Faktoren oder Agenten be-sondere Conti hatten, denen bei neuen Sendungen und bei Nachricht vonerfolgten! Absatz zu- und abgeschrieben wurde.

So spiegelt sich deim in seiner Thätigkeit bereits die ganze spätereEntwickelung des Buchhandels und des Buchdrucks in ihrem Verhältniszu einander ab: der überwiegende Einfluß nämlich des Handels gegenüberder produktiven Kunst. Koberger ist nicht nur der erste und größte Buch-händler seiner Zeit, sondern seine Gesamtthätigkeit erinnert bereits an diespätere Großmachtstellung des Buchhandels. Die Richtung des Koberger-schen Verlags ist dabei eine völlig konservative, von dem aufstrebenden