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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Kapitel.) Leipzig : Der Buchdruckergesell Langnickel. Die beiden Brandts. 145

nachgewiesen werden kann. Ebenso ist nirgendwo gesagt, daß er die Presse,welche den Gegenstand seines Legats bildet, bereits in Leipzig besessen,nirgends, daß er 1479 sie mit nach Leipzig gebracht habe. Auch ist ausder ganzen Zeit von 1479 bis 1491 nicht ein einziger Druck erhalten,der den Namen Frisners trägt, obwohl dieser sich schon während seinernürnberger Thätigkeit in den Schlußschriften zu nennen Pflegte. HatteFrisner aber wirklich in Leipzig eine Presse, so gehörte er zu denjenigenGelehrten seiner Zeit, welche wohl eine Druckerei zu ihrem Vergnügenbesaßen, aber nimmermehr fremde Druckwerke ausführten. Darf manihn nun nicht als gewerbsmäßigen Drucker bezeichnen, so kann auch deroben erwähnte Langnickel in keine Beziehung zu ihm gebracht werden.Die Sache ist jedenfalls nicht klar, was sollte einen Buchdruckergesellen ein solcher war Langnickel nach der Geringfügigkeit des von ihmschuldig gebliebenen Steuerbetrags veranlaßt haben, an einem Orte.zu wohnen, wo er keine Gelegenheit zu Verdienst hatte?

Der früheste bisher sicher nachgewiesene Druck Leipzigs ist eine imJahre 1481 am 5. Oktober daselbst vollendete Schrift des italienischenDominikaners Annius von Viterbo von 48 Quartblättern:OIvsa snxer^xocg-lixsim." Diese auf die Unterwerfung der Türken bezogene Aus-legung der Offenbarung Johannis ist der wörtliche Nachdruck eines ita-lienischen Drucks von 1480. Der leipziger Drucker nennt sich nicht, istauch an seinen Typen nicht zu erkennen, da diese von allen Charakterender leipziger Drucker abweichen. Panzer nennt ebenfalls ohne Drucker-namen noch einen leipziger Druck, welcher dem Jahre 1482 angehört,?i'0poLitiovs8 astrologioas XV" von Martin Polich. Der erstenachweisbare leipziger Druck, der einen Druckernamen trägt, wurde am26. August 1484 vollendet und ist aus der Presse von Markus Brandishervorgegangen. Es ist eine der zahlreichen unter dem NamenKezimell8g,nitg.t,i8" und ähnlichen Titeln erschienenen hygieinischen Schriften jenerZeit und enthält 38 Blatt in Quart, deren Verfasser der Erzbischof vonPrag , Albicius (gestorben 1427), war. Die Überschrift lautet:Irs-o-tatus cis rsZimius Kominis oompogitus per ma^istrum äum. cimn.^Idioum, ÄroKiepiseoxum ?rg.FSQ86iil", das Impressum aber:Im-xrsssnin in I^ixo^I: xsr Uarcum drs-ncl. ^vno UovevliXxxni^,xxvi, äig Nönsi8 ^ugusti."

Des Namens Brandis lhäufig Brandiß, auch Brandisz) lassen sichKapp. i. 10