deutsches Wörterbuch, von dem er wenigstens zwei Ausgaben, 1495 und1497. gedruckt hat. Seine Druckerei ist möglicherweise an Jakob Winterübergegangen, der 1506 bis 1513 druckte.
Mit dem Tode des Erzbischofs Ernst und unter seinem Nachfolger,dem streng katholischen Albrecht von Brandenburg (seit 1514 auch Erz-bischof von Mainz), erreichte der Buchdruck in Magdeburg vorläufigsein Ende. Das der Reformation abholde Domkapitel und die derselbengünstige Bürgerschaft standen sich feindlich gegenüber. Mit Beginn derReformationszeit tritt eine zahlreiche Flug- und Streitschriftenlitteraturauf, die aber vorläufig nur von auswärts eingeführt werden konnte undvon 1520 bis 1523 meist durch Nickel Widemar, den Strohmann desMantelträgers Wolfgang Stöckel in Leipzig, in Eilenburg gedruckt wurde.Der Hauptkämpe der Katholischgesinnten war ein Paulinermönch ausMagdeburg , der dessauer Hofprediger Dr. Joh. Mensing, Vertreter derreformatorischen Richtung vor allem der einer adeligen Familie Kur-sachsens entstammende Nikolaus Amsdorsf, dann Johannes Fritzhans ,Eberhard Weidensee und Dr. msä. Wolf Chclops. Die in Magde-burg gedruckten Schriften polemischen Inhalts sind bis 1530 mit nureiner Ausnahme, offenbar unter dem Einfluß Luthers , hochdeutsch ge-schrieben. Erst vom Ende der zwanziger Jahre an erscheint auch eineganze Reihe kleinerer, auf das gewöhnliche Volk berechneter Schriften inniederdeutscher Sprache. Das dauert bis zum Anfang der vierzigerJahre; es waren besonders Übertragungen Lutherscher Schriften. Nurder Druck niederdeutscher Bibeln und Gesangbücher hielt das ganze Jahr-hundert hindurch und bis zum Jahre 1631 an.
Auf Veranlassung des Dr. Wolf Chclops herbeigerufen, war HansKnappe der Jüngere 1524 nach Magdeburg gekommen, wo er in diesemund dem folgenden Jahre druckte. Ihn? folgte Heinrich Öttinger, 1525bis 1531 — er war der erste, der in Magdeburg eiuen Teil der Bibel(den Pentateuch, 1528) in niederdeutscher Sprache druckte — und Hans-Bart, vorher in Wittenberg, 1527 und 1528. Bedeutender war Mi-chael Lotter, ebenfalls vorher in Wittenberg , der 1523 oder 1529 nachMagdeburg kam; er ist der erste, der in Magdeburg die Antiqua ver-wandte. In seinem Verlage erschienen, neben einer sehr großen Mengevon Flugschriften, viele theologische Sachen und die Schulbücher GeorgMajors . Sein Zeitgenosse war Hans Walther (niederdeutsch Wolther),