Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Kapitels Tübingen : Primus Trüber und der slawische Bücherdruck.

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slowenische Idiom nach deutscher Aussprache mit lateinischen (später auchmit deutschen ) Lettern zu fixieren und wurde damit der Gründer einerbis dahin nicht bestehenden slowenischen Nationallitteratur. Nun ver-faßte er ein slowenisches Abecedarium und übersetzte Brenz' und Luthers Katechismen. Nach vergeblichen Versuchen, die Schriften in Nürnberg oder in Schwäbisch-Hall drucken zu lassen, gelang es endlich, UlrichMorhart zur Herstellung, wenn auch heimlich und unter falscher Firma,zu bewegen. Im Einverständnis Mit Peter Paul Vergerius übertrugdann Trüber von 1555 an das Neue Testament meist nach Luthers Übersetzung insWindische". Dasselbe wurde (Morhart war 1554 ge-storben) in der Offizin von Morharts Erben gedruckt. Aber diese Ar-beiten hatten die Mittel Trubers und die teils von Herzog Christoph ,teils durch die Stände von Krain gewährten Unterstützungen erschöpft.Da trat Hans Freiherr von Ungnad, ein angesehener kaiserlicher Be-amter, der ebenfalls seiner religiösen Überzeugung wegen seine Heimathatte verlassen müssen, mit seinen reichern Mitteln für die Sache ein.Seit 1557 in Urach lebend, trat er 1560 mit Trüber in Verbindungund verwandte von da an einen großen Teil seiner Einkünfte auf dieFörderung der von Trüber begonnenen Unternehmung. Man fing nunauch an ins Kroatische zu übersetzen. Ungnad errichtete in seiner Behausungin Urach eine eigene Druckerei, welche neben der Morhartschen von nunan die slawischen Drucke lieferte. Durch nürnberger Stempelschneiderließ man auch glagolitische und cyrillische Schrift herstellen und druckteueue kroatische Bücher bisweilen in drei verschiedenen Ausgaben: mitlateinischen, mit glagolitischen und mit cyrillischen Lettern; ja Ungnad fing selbst an, italienische Übersetzungen von Schriften reformatorischerRichtung zu drucken. Aber auch seine Mittel reichten nicht aus, diebedeutenden Kosten zu decken. Da gab neben der fortlaufenden Unter-stützung des Herzogs von Würtemberg der König von Böhmen , Erz-herzog Maximilian (der spätere Kaiser), eine ansehnliche Summe her;andere Beiträge wurden von verschiedenen Seiten gewährt:, von denLandschaften von Kram, von Steher, von Österreich , von verschiedenendeutschen Fürsten und Reichsstädten und von Privaten. Aber am 27. De-zember 1564 starb Ungnad und von da an war Trüber auf sich selbstangewiesen, und wenn er auch unablässig weiter arbeitete, so ließ sichdoch der bisherige großartige Geschäftsbetrieb nicht mehr fortführen.