Der Vertrieb der so hergestellten Bücher erfolgte nicht auf dem gewöhn-lichen Wege des Buchhandels. Privatleute, die für die Sache begeistertwaren, nahmen denselben in die Hand und beförderten unter Mühen undGefahren die Drucke nach den südslawischen Ländern und weit über die-selben hinaus, wie sie auch die Vermittler mit den Buchführern abgaben.Die italienischen Drucke suchte man über Basel zu verbreiten. NachTrubers im Juni 1586 erfolgtem Tode schlief das Unternehmen ganz ein.Wohin die Vorräte an Drucken gekommen sind, ist unbekannt. Dieglagolitischen und cyrillischen Typen fielen im Dreißigjährigen Kriegeden Kaiserlichen als Beute in die Hände und kamen durch Kaiser Fer-dinand III. in die Druckerei der Propaganda zu Rom .
Unter den spätern Druck- und Berlagsfirmen Tübingens zeichnet sichdurch geschmackvollen Druck Georg Gruppenbach und durch Intelligenzund Rührigkeit Eberhard Wild (Wildt, Wilde) aus. Bald nach Beginnseiner Geschäftsthätigkeit (er erscheint im Meßkatalog von 1620 an)wurde er wegen seines mysüsch-theosophischen Verlags, den er in großenMengen nach allen Richtungen, insbesondere auch nach Ungarn ver-breitete, der Schwenckfeldschen Sektiererei verdächtigt und verfiel 1622in eine Untersuchung. Bei einer Haussuchung fand mon große Massenvon Schriften von Johann Arndt, Valentin Weigel und andern Schrift-stellern, deren Richtung der damals herrschenden orthodoxen Partei einDorn im Auge war, ferner die Schriften Schwenckfelds, diese unter fal-schem Namen. Außerdem stellte sich heraus, daß in Wilds Hause Kon-ventikel der Sektierer abgehalten wurden. Er floh direkt aus seiner Ver^nehmung bor dem akademischen Senat nach Rottenburg , mußte sich aber,von allem entblößt, wieder in Tübingen stellen. Neben Auferlegung einerGeld- und Gefängnisstrafe wurden ihm Druckerei und Buchhandel ge-sperrt, seine ganzen Vorräte weggenommen. Auf Verwendung einesGrafen von Löwenstein wurde ihm jedoch ein Teil der Strafe erlassenund er durste sein Geschäft wieder eröffnen. Es spricht für seine un-gebeugte Energie, daß er sich in seinem Geschäftsbetriebe nicht störenließ: sein Name findet sich mit einer nicht unbeträchtlichen Zahl vonVerlagsartikeln im Meßkatalog bis zum Jahre 1631.
Die noch jetzt bestehende große Firma Johann Georg Cvtta erhobsich erst seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einer größernBedeutung.