Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
175
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Kapitels Passau, Memminaen, München, Reutlingc». Heidelberg , 175

Für Passau findet sich zwar bereits 1481 ein Druck: einNiesle?g.wvi6Dss"; jedoch kennt man nur ein Fragment, den Sommerteil, wel-cher den Namen des Druckers nicht nennt. Erst 1482 treten die Namenzweier Druckergenossen auf: Konrad Stcchcl und Bencdikt Mair, vondenen ersterer jedoch schon 1484 nach Venedig wanvertc und dann 1491wieder in Brünn thätig war. Mair verband sich dann mit Johann Al-krow, der zwar auch schon 1484 nach Winterberg in Böhmen zog, balddarauf aber nach Passau zurückkehrte und hier noch bis 1492 arbeitete.

Memmingen erhielt im Jahre 1482 die Buchdruckcrkunst durchAlbert Kunne aus Duderstadt, der von Trient aus dorthin übersiedelte.Während seiner vierzigjährigen Thätigkeit (bis 1519) gingen 60 Werkeaus seinen Pressen hervor, welche meistenteils seine Druckerfirma tragen.

München spielt in der Geschichte der Buchdruckerkunst keine bedeu-tende Rolle. Der erste dortige Druck ist 1482 eine deutsche AusgabederMrabilik urbis Roruas"; Johann Schauer soll sie angeblich mitGünther Zainerschen Typen gedruckt haben. Ihm folgten Johann Schobser,der bereits seit 1488 in Augsburg thätig gewesen war und als bayrischerHofbuchdrucker nach München berufen wurde (1497 bis 1520) und seinSohn Andreas (bis 1531); sie druckten vornehmlich deutsche Werke.

Reutlingen ist der Ausgangspunkt einer Reihe berühmter Buch-drucker, wie der Zainer, Othmar, Gryphius u. a. Johann Othmarbegann hier seine Laufbahn 1482 und zog, wie schon erwähnt, 1497nach Tübingen . Ein zweiter Drucker Rentlingens, Michael Greifs,wirkte von 1486 bis 1509. Aus ihren beiderseitigen Pressen sind zu-sammen etwa 60 Werke philosophischen und theologischen Inhalts hervor-gegangen.

Die nächste Stelle nimmt Heidelbergs ein. Der erste unzweifel-haft sichere Heidelberger Druck sind dieLsrmonss LuZoni8 cks ?ratc>üori<Zo" von 1485. Derselbe trägt keinen Druckernamen und ist es bisjetzt noch nicht festgestellt, ob das Werk eiuem der beiden namentlichbekannten Erstlingsdrucker der Stadt, Heinrich Knoblochtzer und Fried-rich Misch , zugeschrieben werden darf, denn ersterer war 1485 bis 1488in Straßburg thätig und kam dann erst nach Heidelberg , letzterer abernennt sich erst 1488 auf einem Druckwerk. Der vou Aloys Schreiber ^citierten Grabschrift eines angeblichen ersten Heidelberger Druckers imAugustinerkloster oder doilsßium Laxiöntias zu Heidelberg :Hans