Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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176
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176 Heidelberg : Hieron. Commelin. Philipp und Gotthard Vögelin. ^Zweites

von Laudebach ist mein nam, Die ersten Bücher truckt ich zu Rom , Bittvor mein Scel, Gott gibt dir lon, Starb 1514 auf Sankt Stephan",kann bei dein Mangel sonstiger Nachrichten über diese Persönlichkeitvollends kein Gewicht beigelegt werben. Im Jahre 1513 erscheint dannzum ersten mal ein förmlich angenommener Universitätsbuchdrucker, JakobStadelbcrger, von dem man jedoch auch nur ein einziges Druckwerkkennt.

Die Universitätsstadt Heidelberg scheint kein für den Buchdruck undBuchhandel günstiges Terrain gewesen zu sein, denn erst 1561 zeigensich wieder Spuren eines Druckers; in diesem Jahre druckte Ludwig Luck:?luta,rolli vitae paralleles". Dann folgen Johann Majer, der von1563 bis 1577 den Heidelberger Katechismus, und Michael Schirat, der1567 eine Schrift des unglücklichen Superintendenten Johannes Syl-vanus (1572 wegen kirchlicher Streitigkeiten enthauptet) druckte. Gleich-zeitig erscheint Martin Agricola , der aber ebenso wie Jakob Müller,1576 bis 1583; Johann Spieß, 1582 bis 1584; Abraham Smesmann,1589 bis 1593, nur eine geringe Thätigkeit entwickelte. Erst mit demJahre 1587 bis 1598 tritt die Zierde der Buchdrucker Heidelbergs in,dem gelehrten Hieronhmus Commelin, geboren 1560 zu Douay, auf.Seine Klassikerausgaben stehen den Estienneschen an kritischem Wertenicht nach; der größte Teil derselben trägt gar nicht den Ortsnamen,sondern einzig die Unterschrift^xuci Lowinslinum" oderLx (M-oiiia 8g.ncwnäreg.llg.". Die letztere Bezeichnung ist aus dem Namendes Faktors der Druckerei gebildet. Mit Übergehuug anderer Drucker,die zum Teil zugleich Buchführer waren, seien noch die Gebrüder Philippund Gotthard Vögelin aus Leipzig (1599 bis 1629) genannt. Sie er-hielten Druckprivilegien auf Schulbücher. Neben ihrer Druckerei inHeidelberg errichteten sie noch eine zweite in Ladenburg ; ans beiden gingeine große Zahl bedeutender Schriften hervor, darunter die von Mar-quard Freher verfaßten. Gotthard Vögelin (sein Bruder war Wohl in-zwischen gestorben) erhielt 1612 die Bewilligung zum unbeschränktenVerlags- und Sortimentsbuchhandel. Aber wie seinen Vater, verfolgteanch ihn das Unglück. Bei der Erstürmung Heidelbergs durch Tillyund bei der Verheerung der Umgegend kam er um seine ganze Habe;verarmt lebte er noch 1629 mit drei Kindern zu W^rms.

Die alte Reichsstadt Regensburg ist im Jahre 1485 nur mit