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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Ihre Übersiedelung nach Rom . Mißerfolge.

^Drittes

dürfnisse der benachbarten Klöster aber, selbst wenn solche vorhandenwaren, ließen sich mit nur wenig Exemplaren befriedigen. So gabendenn die beiden deutschen Drucker, nachdem sie noch am 12. Juni 1467des heiligen Augustinus Livitats vsi" in Subiaco vollendethatten, ihre Druckerei dort auf und siedelten mit ihr nach Rom über.Hier fanden sie in dem Palast der Gebrüder Pietro und Francescode Massimi gastliche Aufnahme und arbeiteten bis 1472 rüstig weiter.Namentlich richteten sie ihr Hauptaugenmerk auf die Vervielfältigungder römischen Klassiker, einiger Kirchenväter und Bibelkommentare. Indieser verhältnismäßig knrzen Zeit druckten sie nicht weniger als 36 Werke.Aber auch in der Ewigen Stadt entsprach der Absatz nicht ihren Er-wartungen. Schon im März 1472 sahen sie sich gezwungen, ihre Thä-tigkeit einzustellen. Johannes Antonius de Bnxiis, Bischof von Aleriaund Sekretär der vatikanischen Bibliothek, welcher Korrettor und Heraus-geber fast aller bei Schweinheim und Pannartz in Rom gedruckten Werkewar, richtete deshalb am 20. März 1472 in der Vorrede zum fünftenBande der von ihnen gedruckten Nikolaus de Lyra'schen Bibelerklärnngan Sixtus IV. die Bitte, den um die Wissenschaft so hochverdientenund unverschuldet in Not geratenen deutschen Druckern hilfreich beizu-stehen, und legte dem Papst zugleich ein vollständiges Verzeichnis dervon ihnen in Subiaco und Rom gedruckten Werke vor. Beide Akten-stücke sind dadurch von besonders hohem Wert, daß sie nicht nur dasälteste Zeugnis eines bedeutenden Zeitgenossen von der ersten Thätigkeitund den Leiden deutscher Drucker in Italien enthalten, sondern daß sieauch einen Blick in die geschäftlichen Anfänge der sogenannten Jnkuuabeln-zeit gewähren. Leider finden sich die Preise der einzelnen Bücher nichtangegeben; indessen auch ohne diese Zugabe sind beide Urkunden so wich-tig, daß sie wörtlich hier mitgeteilt werden müssen:

Allgemein und bekannt" so beginnt jener Brief Bussi's an denPapst ^war ehedem unter den Heiden die Meinung, allerheiligsterBater Sixtus IV. , erhabenster Pontifex, daß alles den Göttern, dieGötter selbst, auch jene zwölf anserwählten obern und «die Großen»genannten, der Einen Notwendigkeit ständig gehorcht und daß sie unterallen Gottheiten ohne Berufung ihr mächtiges Herrschcramt ausgeübthaben. Damit dies nicht auch unter den Christen in Wahrheit ausge-sprochen werde: dem kann Deine Weisheit und Milde vor allem be-