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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Rom : Schweinheini und Pannartz' Ausgang.

^Drittes

freundlicher anlächelt. Inzwischen, heiligster Bater, möge uns Dein Er-barmen helfen, weil wir gar zu arm geworden sind. Mögest Du immergesund und glücklich sein! Rom , am M. März 1472, im ersten JahreDeines erlauchten Pontifikats."

Dieser Notschrei des Bischofs verhallte jedoch ungehört. Sixtus hatteentweder kein Geld oder wollte keinS hergeben. Schwrinheim und Pan-nartz kountcn also ihr Geschäft nicht fortsetzen. Jener widmete sich dannin Rom der Kupferstccherkunst uud machte mit Domitianns Calderinusdie ersten Versuche, Landkarten für die Buchdruckerpresse in Kupferhoch-schnitten herzustellen, wie das aus der Borrede zu Ptolemäus 'Geo-graphie" hervorgeht. Beide Künstler starben aber schon drei Jahre später.Die Weiterführung des Werkes übernahm alsdann Arnold Pannartz, deres 1478 vollendete. In der Schlußschrift nennt er sich merkwürdiger-weise Arnold Buckiug und gab dadurch zu dem noch heute verbreitetenIrrtum Veranlassung, daß ein anderer deutscher Kupferstecher diesesNamens die Vollendung des Werkes übernommen habe. Raidel hatjedoch schon 1737 den Beweis der Identität beider Namen geführt. ^Mit demselben Jahre 1478 verliert sich dann auch die letzte Spur vonPannartz.

Die reichste, aus 21 Bänden bestehende Sammlung der schönenSchwcinheim und Pannartzschen Drucke findet sich in der baseler Univer-sitätsbibliothek, welche sie, teilweise in prächtigen Pergament-Exemplaren,von Johannes Heynlein de Lapide (vom Stein) geschenkt erhalten hatte.Ausstattung und Druck sind gleich schön. Die gut geschnittenen und ge-gossenen Schriften ihrer Ausgaben von Subiaco erinnern zwar nochetwas an die gotische Type, nähern sich aber schon der römischen, wäh-rend die Typen der von ihnen in Rom vollendeten Werke den reinenAntiquaschnitt anfweisen. Das Papier ist gut und vortrefflich geleimt,die Schwärze ausgezeichnet; die Ränder sind breit und groß. Für diegriechischen Stellen im Lactantius ist im Anfange der Raum frei-gelassen, um ihn später mit der Feder ausfüllen zu können; erst später,gegen Ende des Buchs, finden sich auch gedruckte griechische Stellen,aber stets von kleinerm Schriftgrade und noch ohne jeden Accenr oderSpiritus. ^

Das Beispiel dieser ersten Pioniere fand zahlreiche Nachfolger, ehenoch etwas Zuverlässiges über ihren Erfolg oder Mißerfolg bekannt sein