Viertes Kapitel.
Das Äußere des Buchs.
Etymologie des Wortes. — Papyrusrollcn. Codices. Wachstafeln. — Pergament.Palimpseste. Schreibmaterialien. Pcrgamenter. — Baumwollcnpapicr. — Linnen-papicr. Papierindustrie. — Wasserzeichen. — Illustration der Handschriften. —Byzanz. — Irische Ornamentik. Abendländische Miniaturmalerei. — Form- oderHolzschnitt. — Printer, Karten- und Briefmaler. — Technik und erste Erzeugnissedes Formschnitts. — Der Holzschnitt als Buchillustration. Signete und Lx-Iibris.— Buchillustration in Italien und Frankreich . — Büchereinband im Mittelalter. —Ornamentation der Ledcrbände. — Majoli und Grolier. — Der deutsche Bücher-einband. Goldschnitt. — Die Buchbinder.
Wie die deutschen, gleichbedeutend gebrauchten, Wörter Schrift undBuch weisen fast überall die Ausdrücke für das aus mehrern Blätternzusammengefügte Schriftwerk entweder auf das Schreiben oder, häufiger,auf den Schreibstoff zurück. Im Arabischen heißt das Buch Geschrie-benes (Icitai)), der Coder Abgeschriebenes (ntis'oiig.); das ägyp-tische ts-ma, wird auf die Rollenform, aber auch auf den Schreibstosfbezogen; das griechische didlos erinnert an die zur Paphrusbereitungbenutzte Pflanzenfaser, das lateinische lidsr an Baumbast, und Buchselbst an den Urahnen der Letter, den Buchstab oder Buchenzweig, inwelchen Runen geschnitten waren. So muß man auch, um sich dieEntwickelung der äußern Gestalt des gedruckten Buches zu vergegen-wärtigen, auf das geschriebene und die zu dessen Herstellung benutztenMaterialien zurückgreifen.
Hält man an dem Begriff des Buchs als einer Gesamtheit mehrerer,miteinander verbundener Stücke des Schreibstoffs fest, so darf man dazuschon die Schriftrollen des Altertums rechnen, welche durch das Anein-anderheften von Blättern entstanden. Den Asiaten scheinen dazu von