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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Hcrrichtung des Pergaments. Die Pergumenter.

Vicrtes

Haarseite grau oder gelb; das letztere, Kalbfell (vitulinuw, worausvelin entstanden ist), war auf beiden Seiten fast gleich. Die letzteHand nurßte der schreibende Mönch selbst, oder ein ihm hilfreicher unge-lehrter Bruder, an den Schreibstoff legen. Und zwar gibt es dafür ausverschiedenen Jahrhunderten ausführliche Vorschriften.* Zuerst solltenmit dem Schabmesser (rasorium) Überreste von Fett, Knötchen u. dgl.entfernt, sodann mit dein Bimsstein Unebenheiten, welche dem Schab-eisen entgangen, Härchen u. s. w. weggeriebcn und endlich die Matterliniiert werden. Schadhafte Stellen im Pergament zeigen sich von Linienumgeben oder umnäht. Die Linien für die Zeilen wurden mit Blei (aber,den Abbildungen zufolge, nicht mit einem Stift, sondern einer Plattevon kreisförmiger Gestalt) gezogen, oder mit einem Holz- oder Metall-stift eingedrückt. Von den roten Einfassungslinicn u. s. w. wird weiterunten die Rede sein.

Im spätern Mittelalter wurde auch das Bereiten des Pergamentsbürgerliches Gewerbe. Die Permenter, Permeter, Permynter,meroiii anatoreg (wkwdi-avalz Pergament) bildeten teils eineeigene Zunft z. B. in Görlitz , wo es im 14. Jahrhundert ein Thorbeim Permynter gab, oder schlössen sich verwandten Gewerben an; sozählt das Buch der prager Malerzcche von 1348 lukmizranatoi-esund ra.8ore8 als Mitglieder cmf°, während sie sich in Leipzig vielfachmit den Weißgerbern verbunden zeigen. Für Urkunden, Stadtbücher,Ritualbücher n. s. w. war das Pergament noch zumeist in Verwendung,und als es auch da allmählich verdrängt wurde, bemächtigte sich derBuchbinder des Materials.

Der Pflanzenstoff aber, welcher der Konkurrenz des tierischen erlegenwar, sollte in anderer Gestalt als Papier, diesem abermals und für dieDauer den Rang ablaufen. Man setzt das erste Auftreten des Aaum-rvollenpapiero in Europa in das 8. Jahrhundert unsrer Zeitrechnung,und zahlreiche Fragmente davon unter den Handschriften von El-Fayümin Oberägypten , welche, Eigentum des Erzherzogs Rainer, im öster-reichischen Museum zu Wien aufbewahrt werden, stammen dem Charakterder Schrift zufolge aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts. ^ Ob dieAraber selbständig darauf verfallen sein mögen, anstatt anderer Pflanzen-fasern die Baumwolle zu verwenden, oder ob sie in diesem, wie in inan^chem andern Falle lediglich die Rolle der Vermittler zwischen dem äußersten