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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
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Kapitel.)

Papier aus Pflanzcnstoffcn.

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Osten und Europa gespielt haben, muß vorläufig dahingestellt bleiben.Chinesische Quellen? lassen die Chinesen in ältester Zeit auf Bambus-täfelchen schreiben, deren noch eine Menge in Pagoden aufbewahrt wer-den soll; und ganz dirnne Holztäfelchen mit Schriftlichen und Lackmale-reien dienen noch heute in Japan als Buchzeichen, während sich inCochinchina die primitive Sitte erhalten hat, auf Palmblätter zu schrei-ben. ^ Aber auch Seidenpapier wirklich aus Seide bereiteter Schreib-stoff, soll benutzt worden sein. An die Stelle der schwerfälligen Bambus-tafeln und der teuern Seide brachte Tsai-lün im Jahre 153 n. Chr.das erste Pflanzenpapier. Er ließ Baumbast, Hanffasern, ferner alteGewebe und Fischnetze in Wasser weichen und verwandelte sie endlichdurch Rühren und Stampfen in eine breiartige Masse, aus welcher erPapier formte. In der Folge wurden die mannichfachstcn Pflanzen-bestandtcile in gleicher Weise ausgenutzt, aber die größte Bedeutung hatdie unter der Rinde der Bambnsschößlinge liegende Faser erlangt undbehalten, während in Japan ^, wohin die Kenntnis der Papierfabrikationgegen Ende des 6. Jahrhunderts von Korea aus gelangt sein soll, eineMaulbccrstaudc, Li-ussoiietig, pg-x^rikerg., vorzugsweise benutzt wird.Das Schöpfen des Papiers ist da wie dort noch ausschließlich Hand-arbeit, und die Arbeiter besitzen ein unvergleichliches Geschick darin,- ge-nau die erforderliche Menge der Masse auf die Form zu bringen undjenes Verfilzen der Fasern zu bewirken, welches dem Papier der Ost-asiaten bei so geringer Stärke so große Festigkeit verleiht.

Von Verarbeitung der Baumwolle ist allerdings in China nicht dieRede, weil diese Pflanze dort erst im 9. Jahrhundert akklimatisiert wor-den ist. Indien dagegen baute sie vor unvordenklichen Zeiten an, unddurch Indien haben die Erzeugnisse nnd die Erfindungen der Chinesenso häufig ihren Weg genommen, daß eine Bertauschung der Rohstoffeebensowohl dort, wie in Arabien selbst oder, wie andere wollen, inSamarkand vorgenommen sein könnte.

Die Untersuchungen über den Zeitpunkt des Auftretens des Linnen-papicrs haben bisher kein bestimmtes Ergebnis geliefert und konnten diesauch wohl kaum. Deun sobald man anstatt roher Baumwolle Gewebeabfällt, Hadern verarbeitete, mußte man Papier aus den verschiedenstenTcxtilstoffen erhalten und mußte erkennen, welche Vorzüge das aus derLeinsascr bereitete habe. Und wenn, soviel bekannt, zuerst Abt Petrus

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