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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Kapitel.) Wert und Haupttypen der ältern Wasserzeichen. . 231

zeichen gewisser Papiersorten oder auch Formate geworden seien; denndie meisten solcher Bilder kommen ganz gleich oder mit Veränderungenoder Zusätzen in allen den Ländern vor, in welchen am Ausgange desMittelalters industrielles Leben bestand. Diese Thatsache und die Schwie-rigkeit, festzustellen, ob ein Papier in demselben Lande, in welchem esbeschrieben, bezeichnet oder bedruckt worden ist, auch fabriziert oder obes als Handelsartikel eingeführt worden sei, haben nach und nach zueiner geringern Wertschätzung, stellenweise einer Unterschätzung der Wasser-zeichen geführt. Als Behelf können sie immer von der Archäologie, derlitterarischen und Kunstkritik benutzt werden, wenn sie auch um so wenigerein untrügliches Mittel zur Zeit- und Ortsbestimmung oder zur Fest-stellung der Echtheit eines Dokuments gewähren, als die Fälschung sichlängst auch der alten Papiere mit bekannten Wasserzeichen bemächtigthitt. Und für die Jndustriegeschichte werden sich durch fortgesetzte Samm-lung und Begleichung alter Marken immerhin einige Anhaltspunkte ge-winnen lassen. Freilich lehrt auch diese vergleichende Arbeit, wie ver-schieden ein und dasselbe Bild geoeutet werden kann, nicht nur je nach-dem man Oben und Unten, Rechts und Links annimmt. So wollteGutermann in einein Zeichen, welches ganz ohne Frage eine Glocke vor-stellt, die Klapper erkennen, durch welche im Mittelalter die Aussätzigenihr Nahen verkünden mußten; und da in Ravensburg ein Leprosenhausbestanden hatte, betrachtete er die erwähnte als eine ausschließlich ravens-burger Marke. Ebenderselbe sah das häufig vorkommende p (das wahr-scheinlich Papier in verschiedenen Sprachen bedeutet hat^) aus denKopf gestellt und von der Rückseite an und erhielt so ein b, welchesabermals für Ravensburg zeugen mußte. Ein Zeichen, welches die Ita-liener Ire mviiti (drei Berge) nennen: drei Bögen nebeneinander, überden mittlern und höhern gewöhnlich ein Kreuz, gilt in andern Ländernals Mitra, und Sotzmann bezeichnet es als Dogenmütze. Der Kardinals-hut italienischer und französischer Papiere, wird zur Zeit der Puritanerin England zum Freiheitshut, gelegentlich auch zur Narrenkappe.

Festern Boden hat man unter den Füßen, wenn eine Marke demWappenschilde der Stadt oder des Landes, in welchem sie sich am frühe-sten oder doch am häufigsten nachweisen läßt, oder dem Wappen einesdort ansässigen großen Geschlechts entlehnt ist. So stimmt die kurze,nach oben schmäler werdende Leiter in italienischen Papieren des 15.